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<title>Film und Buch - OliBlog</title>
<link>http://oliblog.blogg.de/</link>
<description>Rezensionen und Kommentare zu Buch und Film.</description>
<language>de</language>
<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 12:48:58 +0100</lastBuildDate>
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<title>Gesehen: Amer</title>
<link>http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2669</link>
<description><![CDATA[(dt. auch: Amer – Die dunkle Seite der Träume)<br />
Experimenteller Neo-Giallo von Hélène Cattet & Bruno Forzani, BEL/FRA 2009, 83 Minuten (PAL)<br />
DVD, Sprache/Tonformat: Französisch DD 5.1 mit engl. Untertiteln, Bidlformat: 2,35:1 anamorph<br />
<br />
Ein Hinweis: Wer schon mit der Genre-Bezeichnung oben nichts anfangen kann, wird an „Amer“ wohl keine Freude haben. Während Giallo in Italien schlicht ein Synonym für Krimi ist (weil eine sehr populäre Krimireihe mal gelbe (=’giallo’) Buchcover hatte), steht das Wort außerhalb Italiens für eine ganz spezifische Form des italienischen Krimis, wie sie vor allem Anfang/Mitte der 70er populär war: Krimis mit Einschlag zum Horror, exaltierten filmischen Stilmitteln wie starke Primärfarben, harte Schnitte, schiefe Bildkadrierungen und vor allem häufigen, fetischisierten, teilweise deftigen, sexuell aufgeladenen Gewaltszenen. Populärstes und vielleicht bestes Beispiel für den Giallo ist Dario Argentos Meisterwerk „Profondo Rosso/Deep Red“ von 1973. <br />
„Amer“ ist nun keine Neubelebung des Giallo in Form eines entsprechend erzählten Krimis, sondern, und das sollte man vorher wissen, (nur) eine experimentelle nicht durch eine Story zusammen gehaltene, episodenartige Beschwörung der Stilmittel und Stimmungen des Giallo als Hommage. Eine Geschichte gibt es eigentlich nicht, irgendwie werden vier Stationen im Leben einer Frau geschildert, die als junges Mädchen ihren toten Großvater im Bett erlebt und in einem opressiven, mit einer herrlichen gotischen Schaueratmosphäre versehenen Haushalt lebt. Später zieht sie als junge Frau bei einem Spaziergang durch die Stadt die lüsternen Blicke der Dorfmänner auf sich und wird am Ende – wohl – in einem Park ermordet. <br />
Der sehr episodenhafte „Amer“ beschwört ganz wunderbar den Giallo herauf mit räumlich verwirrender Montage, sinnlichen Großaufnahmen, und kräftigen Farben und Gewaltausbrüchen, stark unterstützt von der Musik, bei welcher man gleich bei den alten Meistern wie Ennio Morricone und vor allem Bruno Nicolai verblieb. „Amer“ ist ein talentierter Liebesdienst von Fans für Fans, der umso besser wirkt, je länger die Sichtung her ist. <br />
Da der Verfasser dieser Zeilen sich durchaus zu den Giallo-Fans zählt, sei mit der Warnung geendet, das Zuschauer, die dem Giallo indifferent bis ablehnend gegenüber stehen, „Amer“ wohl nur als (sinn)lose Abfolge unzusammenhängender Einzelszenen betrachten werden und deshalb von der abschließenden Punktewertung gut und gerne 3-5 Punkte abziehen können.<br />
<br />
Punkte eines Giallo-Fans: 8/10<br />
<br />
<br />
Gesichtet wurde die britische DVD von Anchor Bay, der Film kommt Anfang März auch bei Koch Media in Deutschland, einem der wenigen Label, bei welchen man hinsichtlich Qualität und uncut-Status (Amer ist FSK 16 in Deutschland) meist ungeprüft eine Empfehlung aussprechen darf. <br /><br /> ]]></description>
<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 12:48:58 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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</item>
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<title>Gesehen: Melancholia</title>
<link>http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2668</link>
<description><![CDATA[Filmdrama von Lars von Trier, DK/FRA/DTL 2011, 135 Minuten (24fps)<br />
BD, Sprache/Tonformat: Englisch DTS HD-MA, Bildformat: 1080p 2,35:1 anamorph<br />
<br />
Lars von Trier feiert Hochzeit und schmeißt uns einen ganzen Planeten auf den Kopf.<br />
<br />
In „Melancholia“ verarbeitet er seine eigene Depressionserkrankung in der Figur einer von Kirsten Dunst gespielten Frau namens Justine, die durch das Fegefeuer ihrer eigenen Hochzeitsfeier geht, für die sein kein Interesse aufbringen kann und am gleichen Abend noch Ehemann und Arbeitgeber verliert, während sie ein Schäferstündchen mit einem anderen Mann im Sandbunker eines angrenzenden Golfplatzes hat, auf dessen Fairway sie dann noch uriniert. Was sich vielleicht wie eine anarchische Hochzeits-Farce anhört, ist in Wirklichkeit ein manchmal wirklich quälendes Portrait einer Depressionserkrankung. Wbei von Trier trotz oder gerade wegen der autobiographischen Züge nicht ausblendet, was diese Kranken auch, ohne, dass diese Menschen dafür etwas können, für eine schlimme Beulenpest für ihnen nahe stehende Menschen sind, die ihre Überforderung häufiger mal in Hass ausdrücken, so wie die von Charlotte Gainsbourg gespielte Schwester Claire der Anti-Heldin Justine. <br />
<br />
Die zweite Hälfte des Films ist dann deutlich ruhiger und spielt auf dem Schlossanwesen der reichen Familie von Claire und ihrem Mann John (Kiefer Sutherland), auf welchem Justine mit ihrer Krankheit unter gekommen ist – bis am Ende der Planet Melancholia mit der Erde kollidiert und diese auslöscht. Während die erste Hälfte als aufwendige Hochzeitszeremonie an diverse Werke der Filmgeschichte erinnert, wird man bei den peniblen Gärten in der zweiten Hälfte häufig an Resnais’ Meisterwerk „Letztes Jahr in Marienbad“ von 1960 erinnert. <br />
<br />
Von Trier inszeniert in bewusst romantisch-schönen Bildern (verstärkt durch den häufigen Einsatz von Wagners „Tristan und Isolde“-Overtüre), deren liebreizende Oberfläche in starkem Kontrast zur Widerborstigkeit des Stoffes steht und entlockt seinen Hauptdarstellern bemerkenswert intensive Leistungen. Die so mutige wie niederschmetternde, irgendwie in ihrer Exaltiertheit auch tragikkomische Schlussszene lässt einen als Zuschauer wirklich verdattert und fassungslos zurück. Es ist nicht übertrieben, diese Schlussszene als einer der besten der Filmgeschichte zu bezeichnen. Bemerkenswert und Seltenheitswert hat wohl, dass man dieses auch über den Filmbeginn sagen kann. Muss. Ist Melancholia ein Meisterwerk? Natürlich. Nur wer wirklich nicht ganz dicht ist, könnte dies abstreiten. Zur Höchstwertung reicht es nur deswegen nicht, weil man einen solchen Film nur schwer lieben kann, sich in der zweiten Hälfte doch die eine oder andere kleine Redundanz einstellt, und weil Lars von Trier schon bewiesen hat, siehe „Breaking the Waves“, dass er es noch besser kann. Auch in der Schlussszene. Immerhin: Mit zwei Werken auf eben erwähnter Liste der besten Schlussszenen der Filmgeschichte zu stehen, das soll dem Dänen erst mal jemand nachmachen, auf dessen letztjährige Cannes-Blödelei hier nicht eingegangen werden soll.<br />
<br />
Punkte: 9/10.<br />
<br />
Gesichtet wurde die britische Blu-Ray. <br /><br /> ]]></description>
<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 18:36:44 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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</item>
<item>
<title>Gesehen: Vier Actionfilme</title>
<link>http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2667</link>
<description><![CDATA[Besprechungen von Joe Wrights Ausflug ins Action-Fach mit „Wer ist Hanna“, der Luc Besson-Produktion „Columbiana“ mit Zoe Saldana, Nicolas Windig Refns Hollywood-Debüt „Drive“ und José Padilhas Blockbuster-Fortsetzung „Elite Squad 2“.<br />
<br />
<b>Wer ist Hanna? </b><br />
(OT: Hanna)<br />
Actionthriller von Joe Wright, UK/DTL 2011, 111 Minuten (BD-24fps)<br />
BD, Sprache/Tonformat: Englisch DTS 5.1 HD-MA, Bildformat: 2,35:1 anamorph<br />
<br />
Die Geschichte von den gezüchteten menschlichen Waffen ist auch dann nicht neu, wenn diese Waffe ein junges, blasses Mädchen (Saoirse Ronan) ist. Trotztdem ist der europäische „Hanna“ einer der Action-Geheimtipps des letzten Jahres. Inszeniert doch ausgerechnet der gediegene Tee und Gebäck-Filmer Joe Wright („Stolz und Vorurteil“, „Anna Karenina“) Action-Szenen von atemberaubender Schmissigkeit (Choreographie und Montage sind exzellent), tatkräftig unterstützt von einem wuchtigen Score des Bigbeat-Duos Chemical Brothers. Einer der mitreißendsten Action-Filme des letzten Jahres. <br />
Punkte: 8/10<br />
<br />
--<br />
<br />
<b>Columbiana</b><br />
Actionthriller von Olivier Megaton, Frankreich 2011, 108 Minuten (BD-24fps)<br />
BD, Sprache/Tonformat: Englisch DTS 5.1 HD-MA, Bildformat: 2,35:1 anamorph<br />
<br />
Filme aus der Action-Schmiede von Luc Besson galten eigentlich nach „Taken“ als Geheimtipp. Von dem Urteil muss mal wohl langsam abrücken. Selbst die unbestreitbaren visuellen Qualitäten von „Avatar“ und „Star Trek“-Star Zoe Saldana, hier als Rächerin an den üblichen Drogenbaron-Schmierlappen, die früher ihre Film-Eltern umgebracht haben,  können diesen Action-Film nicht retten, der für Fans gleich eine doppelte Bestrafung bereit hält: Die Action-Szenen sind rar gesät und so einfallslos wie flügellahm inszeniert. <br />
Ein unangenehm missvergnügliches Werk, so fließbandgefertigt, dass es nicht mal zum Durchschnitt reicht.<br />
Punkte: 4/10<br />
<br />
--<br />
<br />
<b>Drive</b><br />
Neonoir-Thriller von Nicolas Windig Refn, USA 2011, 100 Minuten (BD-24fps)<br />
BD, Sprache/Tonformat: Englisch DTS 5.1 HD-MA, Bildformat: 2,35:1 anamorph<br />
<br />
Die erste Hollywood-Arbeit des so schrägen wie talentierten dänischen Filmemachers Nicolas Windig Refn („Pusher“ 1-3, „Bronson“, „Valhalla Rising“), Sohn des Cutters von Lars von Trier. Ryan Gosling spielt einen Stunt-Fahrer, der des Nachts auch Gangster zu Brüchen (also nicht zu Bruch) fährt und, nur, weil er einer Nachbarin helfen wollte, in enorm blutige Verwicklungen mit zwei lokalen Mafia-Dons gerät. <br />
Ein formal außergewöhnliches Werk: Brillante Kamera und Lichtsetzung (die erste Autuoverfolgungsjagd am Anfang des Films ist ein Instant-Klassiker!), souveräne Regie, schöne 80er Reminszenzen, höchst blutige und deshalb vergnügliche Gewaltausbrüche, und Hauptdarsteller Gosling stellt einen neuen Rekord in der Darstellung cooler Schweigsamkeit auf. Regisseur Refn gefällt sich zwar allzu sehr in der ausgebreiteten Noir-Tristesse, andererseits ist wohl nur einem europäischen Regisseur die Frechheit wie hier zuzutrauen, den Gastauftritt eines TV-Superstars wie Christina Hendricks („Mad Men“) nach nur wenigen Filmminuten dadurch zu beenden, dass ihrer Filmfigur das Hirn mit der Schrotflinte in Großaufnahme aus dem Schädel gegen einen Badezimmerspiegel befördert wird – da reibt man sich die Augen. <br />
Wirklich nicht sehr originell und manchmal sogar formelhaft, wegen der handwerklichen Qualitäten aber trotzdem eines der Thriller-Higlights 2011.<br />
Punkte: 8/10<br />
<br />
--<br />
<br />
<b>Elite Squad 2</b><br />
(Tropa de Elite 2 – O Inimigo Agora é Outro)<br />
Korruptions-Thriller von José Padilha, Brasilien 2010, 110 Minuten (PAL)<br />
DVD, Sprache/Tonformat: Bras. Portugiesisch DD 5.1 mit engl. UT, Bildformat: 1,85:1 anamorph<br />
<br />
Der knallharte Cop Roberto Nascimento (Wagner Moura) ist zurück, diesmal als Schreibtischtäter als Chef einer Abhörabteilung und durch einen großen Zeitsprung leicht ergaut, und auch diese Fortsetzung ist weniger ein knallharter Slum-Actionthriller, sondern mehr ein großes politisches Korruptionsdrama, so wie sie Lumet und Damiani in den 70ern gedreht haben. <br />
Offensichtlich zeigten die von den in der Regel eher unterdurchschnittlich intelligenten Kritikern geäußerten Faschismusvorwürfe gegen den Vorgänger (meine Besprechung <a href="http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2017" target=_blank>hier</a>) Wirkung, der es einfach nur gewagt hatte, dem Publikum selbst eine Meinung zu den Geschehnissen zu überlassen, statt ihnen diese zwangseinzulöffeln. Denn in dieser Fortsetzung ist nicht die knallharte Bekämpfung von Drogenbaronen das Thema, sondern korrupte Cops, die selbst sich als brutale Gangster gerieren. Einige (wenn auch diesmal wenige) aufregende Action-Szenen, das durchaus bewundernswert kunstvoll verflochtene Drehbuch, und politische Wut und andere Emotionen machen auch diese gegenüber dem Original im Tonfall sehr andere Fortsetzung sehr sehenswert. Weil der Film auf reale Ereignisse und Skandale in Brasilien abhob und deshalb dort voll den Nerv des Publikums traf, wurde „Tropa de Elite 2“ der erfolgreichste brasilianische Film aller Zeiten. <br />
Padilha hat nicht nur deshalb schon angekündigt, seine „Elite Squad“ als Trilogie zu runden. Vorher dreht er als sein Hollywood-Debüt noch einen „RoboCop“-Reboot, sicherlich eines der mit Abstand interessantesten Projekte überhaupt im Moment. Wir können es kaum abwarten!<br />
Punkte: 8/10 <br /><br /> ]]></description>
<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 18:26:10 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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<title>Gelesen: Space Daze </title>
<link>http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2666</link>
<description><![CDATA[<b>The History and Mystery of Space Rock<br />
Musikhistorisches Sachbuch von Dave Thompson,</b><br />
ca. 188 Druck-Seiten, Dave Thompson Books 2009, Kindle-Edition<br />
<br />
<A HREF="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B004LZ52JE/oliblog-21" target=_blank ><img src="http://data.blogg.de/7644/images/Space_Daze_Cover.jpg" alt="" " alt="" align=left  /></A>Verständlicher Weise wollten sich Ende der 60er Jahre viele Musiker von der arg einengenden Songstruktur des Rock lösen (die sich bis heute, auch im so genannten und deshalb häufig öden Indie-Rock nicht geändert hat). Der Progressive Rock mit seinem viel freieren Spielarten wie halbstündigen Instrumental-Solos war geboren. Eine Unterart dieses Progressive Rock ist der Space Rock, ein mehr inhaltlicher denn musikalischer Sammelbegriff unter welchem, wenn man das so zusammenfassen darf, man Musik versteht, die die Weite des Raums, häufig des Weltraums vermitteln möchte. Unter diesem Dach finden sich wohl musikalische SF-Fans, als auch experimentelle Musiker und Bands oder auch psychedelische Spielarten unter Zuhilfenahme bewusstseinserweiternder Substanzen wieder. Das hier zu besprechende Werk ist die EBook-Neuauflage eines bereits 1994 erschienenen und längst vergriffenen Buches zu diesem Thema. Der Autor ist sehr erfahrener und umtriebiger Musikjournalist und hat schon unzählige Werke zur Musikgeschichte und allen möglichen Bands veröffentlicht. <br /><br /> „Space Daze“ ist keinesfalls eine systematische Studie, sondern eher eine anekdotische Nacherzählung der nach Meinung des Autors wichtigsten Bands unter dem Sammelbegriff Space Rock. Er beginnt ausführlich mit Hawkwind, von denen er offensichtlich großer Fan ist, geht dann ein auf die so genannte Canterbury-Szene (örtlich und stilistisch assoziierte Bands zu der Zeit) und erzählt von vielen sehr großen (Pink Floyd) und auch kleinen Bands, in dem er deren Musik vorstellt, oder Tourerlebnisse und Interviews nacherzählt. Ein eigenes Kapitel widmet er dem deutschen Krautrock und erzählt dort kenntnisreich von Prog Rock-Band-Institutionen wie Amon Düül II und Can, als und auch von der Berliner Schule um Tangerine Dream und Klaus Schulze. <br />
<br />
Der Band ist sehr anregend zu lesen, weil der Autor zwei journalistische Grundfähigkeiten bestens beherrscht: Anschaulich und lebendig schreiben, sowie pointiert urteilen. Da sieht man eine eher ausfransende Definition des untersuchten Gegenstandes und eine gewisse Sprunghaftigkeit und Ungeordnetheit gerne nach.<br />
<br />
Bis auf ein paar Nebensätze ist dies keine erweiterte Neuauflage, sondern einfach eine Neuausgabe des 18 Jahre alten Buches im EBook, was man an einigen Stellen merkt, an welchen die Nacherzählung der Bandgeschichte offensichtlich Anfang/Mitte der 90er endet und nicht die letzten zwanzig Jahre in den Blick nimmt. So traumhaft wie schwer vorstellbar  wäre es gewesen, wenn das Buch mit zahllosen Hörproben versehen wäre, denn es juckt ständig in den Fingern, in die Musik gewisser Bands einfach mal reinzuhören. Natürlich, da kann man unter Zurhilfenahme von Hörproben auf einschlägigen Seiten und Shops selbst Abhilfe schaffen, was der Verfasser dieser Zeilen auch reichlich getan hat: So konnte er feststellen, dass ihm einige der dort begeistert beschriebenen Musikstücke und Bands doch nicht so liegen, vieles wanderte als nicht uninteressant auf einen Wunschzettel (z.B. Gong) und bei, siehe oben, der Band Hawkwind, dem Schwerpunkt dieses Bandes, ist der Verfasser dieser Zeilen sogar schwach geworden, was Alben-Käufe nach sich zog. Insbesondere die frühen Hawkwind-Alben wie „In Search of Space“, „Doremi Fasol Latido“ und „Space Ritual (Live)“ sind richtig großes Tennis und sorgen mit gekonnten wie großartigem Prog Rock-Gitarrengeschrammel jeweils sofort für Hörgenuss und spontanen Anstieg guter Laune. Die Begeisterung für Hawkwind konnte der Autor somit in diesem Fall erfolgreich vermitteln. <br />
<br />
Wer sich für diese Art von Musik interessant, sollte dem Band auf jeden Fall eine Chance geben und dafür sorgen, dass PC/Notebook oder Smartphone für Hörproben in Reichweite sind. Eine gewisse Toleranz für einen etwas schludrigen Satz des EBooks muss man allerdings mitbringen. Auch konnte nicht eruiert werden, ob das Cover ein Unfall oder Kunst ist.<br />
<br />
Punkte: 7/10<br />
<br />
<br />
<br />
---<br />
Anbieter & Cover: Dave Thompson Books]]></description>
<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:22:09 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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</item>
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<title>Gesehen: Stand By Me</title>
<link>http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2665</link>
<description><![CDATA[Literaturadaption von Rob Reiner, USA 1986, 88 Minuten (PAL)<br />
<br />
Verfilmung von Stephen Kings Novelle „Die Leiche“, und wie heutzutage jeder weiß: Dies hier, ohne glubschäugige Monster und axtschwingende Psychopathen, ist der eigentliche King pur - und erklärt auch seinen jahrzehntelangen Erfolg im Erzählen menschlicher Schicksale. „Die Leiche“ handelt von einer Gruppe von vier Freunden, die Mitte der 50er im Radio hören, dass ein Junge verstorben sei und sich auf den Weg machen, dessen Leiche zu finden. Sie wandern so durch die amerikanische Provinz der 50er und vor allem durch ihre eigene Adoleszenz. Der von vielen (auch vom Verfasser dieser Zeilen) heißgeliebte Film überzeugt bis heute durch seine warmherzige, teilweise schamlos sentimental-putzige Erzählung mit den richtigen Einsprengseln an Humor und auch mal dezenter Spannung. Trotzdem war nach langer Pause die letzte Sichtung kein so schönes Erlebnis mehr wie die letzte lange, lange zuvor – und einen richtigen Grund kann der Verfasser dieser Zeilen nicht mal nennen. Kann es wirklich nur daran liegen, dass inzwischen die Entstehungszeit des Films 1986 (was man dem Film durchaus ansieht, man erlebt die ‚unschuldigen’ 50er Jahre durch die Brille der 80er Jahre) heute genauso lange her ist wie damals die Fünfziger Jahre für das Premierenpublikum?<br />
Natürlich ändert sich nichts daran, dass dies eine der besten filmischen King-Adaptionen überhaupt ist und seinen Stil und seine Erzählstimme mit am besten trifft. <br />
<br />
Punkte: 8/10<br />
 <br /><br /> ]]></description>
<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:17:21 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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</item>
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<title>Gesehen: October Sky</title>
<link>http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2664</link>
<description><![CDATA[Aufsteigerdrama von Joe Johnston, USA 1999, 104 Minuten (PAL)<br />
DVD, Sprache/Tonformat: Englisch DD 5.1, Bildformat: 2,35:1 anamorph<br />
<br />
Innerhalb der Reihe mit Werken des in Hollywood sträflich unterschätzten Regisseurs Joe Johnston stand nun dieses für den meist im phantastischen Film arbeitenden Regisseur ungewöhnliche Aufsteigerdrama an, das die wahre Geschichte des Homer Hickam (Jake Gyllenhaal) erzählt, Sohn eines Kohleminen-Vorarbeiters (Chris Cooper), den der Start des Sputnik 1 dazu inspiriert, selbst Raketenbauer zu werden und der schließlich wirklich Ingenieur bei der NASA wurde (für wen das ein Spoiler ist..). <br />
US-Amerikanische Aufsteigerdramen stoßen bei europäischen Filmkritikern, die aufgrund der in der Regel vorhandenen politischen Vorliebe lieber Verlierer- denn Aufsteigerdramen sehen, in der Regel auf wenig Gegenliebe. <br />
Selbst wenn man von dieser letztlich törichten Präferenz absieht, bleibt aber ein großes Problem: Filmstudenten bekommen in den ersten Vorlesungen beigebracht, wie man Filmprotokolle schreibt. Bei einem Film wie diesem kann man ein solches Protokoll leider fast filmminutengenau anfertigen, ohne „October Sky“ überhaupt gesehen zu haben. Da kann Regisseur Johnston und seine tollen Darsteller (neben Gyllenhall und Cooper auch Laura Dern als Lehrerin) noch so hervorragend das Zeitkolorit beschwören und eine zu Herzen gehende, schöne und wahre Geschichte erzählen, die bedrückende Vorhersehbarkeit sämtlicher Wendungen nimmt dem Stoff viel Luft zum atmen und leben. Man erlebt somit das Paradox eines schönen und befriedigenden Filmes mit einem schalen Beigeschmack. <br />
Was an dem Eindruck ‚sehenswert’ und einer hohen Wertung aber nichts ändert.<br />
<br />
Punkte: 8/10 <br /><br /> ]]></description>
<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:37:57 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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</item>
<item>
<title>Gesehen: Wanted</title>
<link>http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2663</link>
<description><![CDATA[Masala-Actionreißer von Prabhu Deva, Indien 2009, 153 Minuten (NTSC)<br />
Mit Salman Khan, Ayesha Takia Azmi, Prakash Raj u.a.<br />
DVD (T-Series), Sprache/Tonformat: Hindi DD 5.1 mit engl UT, Bildformat: 2,35:1 anamorph<br />
<br />
<a href ="http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/B002VYJX8S/oliblog05-21" target=_blank ><img src="http://data.blogg.de/7644/images/Wanted_29_Cover.jpg" alt="" align=left  /></A>Unglaublich mittelmäßig, unglaublich erfolgreich. Die Geschichte des Telugu-Megahits<a href="http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=1141"  target=_blank>"Pokiri" (hier meine Kritik von 2006)</a> geht immer weiter. Nach dem höchst erfolgreichen Tamil-Remake "Pokkiri" von 2007 wird hier nun die Hindi-Version "Wanted" von 2009 besprochen. (Inzwischen entstand 2010 auch noch eine Kannada-Regionalversion namens "Porki"). In der Bollywood-Version schlüpft nun Salman Khan in die Rolle des äußerst prügelfreudigen Undercover-Cops, die vorher Mahesh Babu und Vijay ausfüllten - und auch diese Hindi-Version war 2009 ein gigantischer Blockbuster für Salman Khan, dem seit einigen Jahren alles zu gelingen scheint und dem die All-Time Blockbuster nur so zufliegen - obwohl er langsam auf die 50 zugeht, was man bei diesem Film nicht glauben vermag, in welchem er immer noch einen Oberkörper (reichlich) zur Schau stellt, der vor Muskelbergen fast platzt. Zuschauer freilich platzen bei diesem höchst mittelmäßigen Fließbandwerk nicht vor Begeisterung. <br /><br /> Die Geschichte ist kaum der Rede wert: Salman spielt einen kampferprobten Undercover-Cop namens Radhe, der Gangsterbanden infiltrieren und hochgehen lassen soll. Natürlich verliebt er sich dabei in ein Mädchen (Ayesha Takia-Azmi), die wiederum von einem höchst korrupten Bullen begehrt wird – auch diesen Konflikt gilt es somit für Radhe zu lösen, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, die Friedhöfe und Krankenhäuser in Mumbai mit Gangstern zu füllen. Dies alles ist ausgesprochen formelhaft und auch wenn die Hindi-Fassung ein klein wenig kürzer als ihre südindischen Pendants ist, ist sie immer noch viel zu lang um eine solch dünne Geschichte über 153 Minuten auszudehnen.<br />
<br />
Gehen wir kurz der Reihe nach, bei einem solchen Routine-Film wollen wir irgendwann fertig werden: Der Comedy Track ist schmerzlich, nervt aber weniger als in vergleichbaren Masala-Filmen, die Geschichte ist, wie gesagt, nur mäßig aufregend, das gilt auch für die schwach entwickelte Liebesgeschichte. <br />
<br />
Salman Khan spielt die Hauptrolle souverän und dankenswerter Weise mit wenig Comedy-Elementen, er meistert die romantischen Parts spielend und überzeugt gerade auch in den Action-Szenen mit entschlossenem Blick und Muskelbergen, wobei er abwechselnd ein Superman-Shirt trägt, oder bei ihm als Steigerung dazu gemeint, gleich seinen freien Oberkörper zur Schau stellt. Die vollbusige Hauptdarstellerin Ayesha Takia-Azmi als <I>love-interest</I> und <I>damsel in distress</I> kann aus der schwach entwickelten Rolle nichts machen; immerhin ist es angenehm neben Hungerhaken-Stars der letzten Jahre wie Katrina Kaif mal wieder einen solchen Kurven-Star in Aktion und diversen Garderoben zu sehen. Gangsterboss Prakash Raj spielt solche Rollen inzwischen ein Dutzend Mal im Jahr(!) im Schlaf, trotzdem wundert die hohe Nachfrage nach ihm nicht (manchmal meint man, er spielt in Indien JEDEN Film-Gangster), es macht einfach immer Spaß. ihm dabei zuzusehen. Nebenbei, er spielte die gleiche Rolle bereits im Telugu-Original von 2006 und dem Tamil-Remake von 2007. Da mit Prabhu Deva der Regisseur des Tamil-Remakes auf dem Regie-Stuhl sitzt (und am Anfang zusammen mit Govinda einen Mini-Gastauftritt neben Salman hat), wundert es auch nicht, dass die Action- und Prügelszenen stark südindisch angehaucht sind. Das bedeutet, dass auch in diesem Hindi-Film sich der Besonderheiten im Gravitationsfeld in Südindien bedient wird: Wegen der Eigenheit im Erd-Magnetfeld in Südindien fliegen in südindischen Filmen bei jedem kleinen Faustschlag hässliche und fettleibige Bösewicht-Schnauzbärte immer gleich 20-30 Meter nach hinten, statt einfach nur umzufallen. So auch hier. Ganz klar: Diese Prügeleien sind auch in „Wanted“ ein großer Spaß, ständig registriert man als Zuschauer bei sich selbst ein Grinsen im Gesicht, höchst unterhaltsam ist das alles. <br />
<br />
Ansonsten ist die Inszenierung leider eher schwach und meint, eine weit verbreitete Krankheit im indischen Unterhaltungsfilm, hektische Zooms und Schnitte würden für eine flotte Filmerzählung sorgen, was leider ein Trugschluss ist. Größtes Manko des Films ist aber der Soundtrack von Sajit-Wajid, eine ihrer miserabelsten Arbeiten überhaupt. Sämtliche teilweise durchaus hübsch bebilderten Song-Einlagen sind ausgesprochen schwach und niederschmetternd lahm komponiert, schon nach den ersten Tönen merkt man durchgehend bei allen Songs, dass sie Rohrkrepierer sind. Insbesondere, wer das Tamil-Remake „Pokkiri“ vom gleichen Regisseur kennt und dann an den exakt selben Stellen in der Filmhandlung  (nach dem Fingerpfiff das superbe „Vasantha Mullai“, dann vor der Item-Nummer mit Mumaith Khan) zumindest ein schmissiges Hindi-Äquivalent erwartet, wird bitter enttäuscht werden und muss sich auf großen Frust einstellen. Siehe unten für den großen Vergleich der Item-Nummern!<br />
<br />
Zwar sorgen die Hauptdarsteller und die unterhaltsamen Action-Szenen für zumindest keinen Totalausfall, die miesen Songeinalgen und die der schwachen Handlung geschuldete Überlänge lassen aber keine durchschnittliche Wertung mehr zu. Anders gesagt: Wenn in einem Zweieinhalbstundenfilm die größten Aktivposten die Oberweite der Hauptdarstellerin und die Art ist, wie der Held den Bösewichten was auf die Zwölf gibt, das ist dann doch insgesamt etwas wenig - nicht nur für Cineasten und Intellektuelle, sondern auch für das, was die Inder abfällig „The Hoi Polloi“ nennen, den so genannten gemeinen Zuschauer in den ersten (billigen) Reihen, das viel beschworene Rückgrat Bollywoods.<br />
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Punkte: 4/10<br />
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Die DVD von T-Series ist den Umständen entsprechend brauchbar und bietet Untertitel in Englisch und Arabisch.<br />
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Der große Item-Nummern Vergleich.<br />
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Wie groß ist der Frust angesichts der Item-Nummer ‚Le Le Maza Le’ in „Wanted“, wenn man sich an die an gleicher Stelle in der Handlung in den südindischen Fassungen glänzenden Item-Nummern jeweils mit der wunderbaren Mumaith Khan zurück erinnert. <br />
Wer einmal selbst hören und sehen möchte, hier der direkte Vergleich. <br />
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<center><b>Zunächst die mäßige, spanisch angehauchte Nummer <br />
"Le Le Maza Le" aus der hier besprochenen Hindi-Fassung „Wanted“ (2009):<br />
<iframe width="500" height="369" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/Q7kv9nuhTB8?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<br />
Hier die ungleich erotischere und schmissigere  Item-Nummer „Ippatitinka“ <br />
an gleicher Stelle in der Filmhandlung im Telugu-Original „Pokiri“ von 2006:<br />
<iframe width="500" height="369" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/q2b33VfRYN8?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
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<br />
Und hier die vergleichbare Item-Nummer „En Chella peru Apple“ an gleicher Stelle im Tamil-Remake „Pokkiri“ von 2007, wieder mit Mumaith Khan:<br />
<iframe width="500" height="369" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/HZ9EFZx12JY?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<br />
Und, als Bonus, hier noch die Nummer im nach „Wanted“ entstandenen Kannada-Remake „Porki“ von 2010 namens "Daane Daane Dayya": <br />
<iframe width="500" height="369" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/CrRHl68_X4s?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></center></b><br />
<br />
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--<br />
Anbieter & Cover: T-Series]]></description>
<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 15:43:10 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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</item>
<item>
<title>Wie ich zum Kindle kam</title>
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<description><![CDATA[Noch vor einem Jahr hätte ich es für völlig unmöglich gehalten, einmal einen Artikel zu verfassen, in welchen ich über meine ersten E-Book und E-Reader Erfahrungen schreibe.<br />
<br />
<b>Vorbemerkung</b><br />
Die folgenden Zeilen richten sich deshalb weniger an technisch progressive Leser, die sowieso jede Neuerung gleich mit vollziehen, sondern eher an Menschen, die sich möglicherweise den gedanklichen Schritt auch noch nicht vorstellen können, ja es sogar für absurd befinden, statt eines gedruckten mal ein elektronisches Buch in der Hand zu halten. So wie ich noch vor einem Jahr, was mir inzwischen lange her vorkommt.<br />
<br />
<br />
<b>Das ferne Ufer</b><br />
Den Aufstieg des elektronischen Buches hatte ich seit Jahren mit Skepsis beobachtet. Als begeisterter Buchsammler und haptischer Genuss-Buchleser (dieser Geruch von frischen Seiten!) war mir schon die Vorstellung ein Dorn im Auge, statt schöne Bücher in den Händen zu halten, oder mich an diesen im Regal zu erfreuen, lediglich eine körperlose Datei zu erwerben, die man nun mal nicht ins Regal stellen kann. <br />
<br />
Auch dachte ich an einen zaghaften Versuch vor einigen Jahren zurück, bei welchem ich mir über den US-Anbieter Fictionwise.com mal die aktuellen Ausgaben der amerikanischen SF-Kurzgeschichtenmagazine wie ‚Asimov’s’ und ‚Analog’ besorgt und als PDF auf meinem Computerbildschirm gelesen habe. Beziehungsweise, versucht habe zu lesen. Eigentlich hätte ich es damals schon besser wissen müssen, aber wenn man diese Magazine seit Jahrzehnten vom (großen!) Namen her kennt und plötzlich die riesige Entfernung eines Mailorder-Abos über den großen Teich via Internet auf einen Klick zusammenschrumpft, das fand ich zunächst faszinierend und schob deshalb erstmal den Gedanken beiseite, dass ich eigentlich ja nicht gerne am Computerbildschirm lese. Dieser Gedanke holte mich dann aber schnell wieder ein, als ich merkte, dass ich nicht bereit bin, Hunderte von Seiten auf einem Computerbildschirm zu lesen, und nicht nur am Computerbildschirm, sondern vor allem auch am Schreibtisch, da damals ein Notebook noch kein Thema für mich war. Am Schreibtisch las ich genug auf der Arbeit, Prosatexte möchte ich mir aber schon etwas gemütlicher zu Gemüte führen. Damals wusste ich auch noch nicht, dass ein E-Book-Reader mit elektronischer Tinte arbeitet, und dass dieses etwas völlig anderes ist, als am Computer-Bildschirm zu lesen. <br />
Dazu gleich.<br />
<br />
Wie gesagt, mit Argusaugen verfolgte ich den Aufstieg des E-Book und wünschte ihm alles erdenklich Schlechte, insbesondere, dass es nur eine kurzfristige Modeerscheinung bleiben möge, die schnell wieder weggeht. Das E-Book ging aber nicht weg, sondern gewann mehr und mehr an Bedeutung, insbesondere natürlich durch die Aktivitäten des Anbieters Amazon und seines Kindles, der sich als riesiger Erfolg entpuppen sollte, was selbst einem Ignoranten wie mir nicht völlig verborgen blieb; auch wenn ich die Diskussion von Bekannten über E-Books mit den diversen Formaten meist nur mit Lästereien begleitete und so gut es ging ignorierte. Ein paar Monate hatte ich sogar, weil ich es zeitweise einfach nicht mehr hören konnte und wollte - das muss man sich echt einmal vorstellen und zu Gemüte führen - in meinem Mailprogramm Thunderbird einen Filter konfiguriert, der sämtliche Mails mit dem Inhalt E-Book & co. automatisch in den Papierkorb verschob! Meine Güte, das ist noch gar nicht so lange her. Ist das lange her.<br />
<br />
<br />
<b>Die Überfahrt</b><br />
Was brachte dann in meiner Einstellung die Wende? Zunächst im wesentlichen <a href="http://www.sf-boom-blog.de" target=_blank>ein lieber Bekannter</a>, der offensichtlich meine ständigen E-Book-Lästereien nicht mehr ertragen konnte und selbst mit seinem ja gar nicht unberechtigten Vorwurf, dass ich technisch eines Steinzeit-Mentalität pflegte, nicht bei mir durchdrang. Dieser Bekannte griff eines Tages zu einer durchaus drastischen Maßnahme. Eines Morgens fand ich in meinem Postfach einen wattierten Umschlag vor. Darin, ich musste mir die Augen reiben - ein E-Book Reader.<br />
<br />
Mein Bekannter hatte tatsächlich ein älteres Gerät (die erste Generation der Sony Reader) ausgesondert und mir einfach als Geschenk übersandt. Ich staunte nicht schlecht. Und staunte. <br />
<br />
Nicht nur als Pflichtschuld, sondern weil man mich mit neuer Technik durchaus begeistern kann, auch wenn ich dafür immer etwas (auch mal länger) brauche, bis ich auf so einen Zug aufspringe, begann ich mich mit dem Gerät zu beschäftigen und machte erstmals meine persönlichen Erfahrungen mit elektronischer Tinte. Diese Art der Bildschirmdarstellung ist tatsächlich durchaus sehr angenehm für die Augen und keinesfalls schlechter zu lesen als eine Buchseite, zumal man Schriften skalieren kann und es in der Tat so ist, dass sich ein solches Gerät besser in der Hand hält, als ein klobiges Buch. Klobig ist ein gutes Stichwort, dieses Gerät ist im Vergleich zum Amazon Kindle in jeder Hinsicht durchaus auch noch klobig (nichts für ungut, Dirk) und vor allem kam vor dem Vergnügen erst einmal der Fleiß: Um E-Books im EPub-Format zu erwerben, musste bei Anbietern wie Libri.de gleich 2-3 verschiedene Programme installiert werden und dann das E-Book mühsam per Kabel auf den Reader übertragen werden. <br />
<br />
Zwei weitere sehr unschöne Erfahrungen machte ich noch: Zum einen hat man mit dem auf dem Sony üblichen EPub-Format praktisch keinen Zugriff auf den angloamerikanischen Markt, da kaum ein deutscher Anbieter viele EPub-Ausgaben anbietet und man aufgrund von lizenzrechtlichen Länder-Einschränkungen auf den meisten amerikanischen und britischen Seiten als in Deutschland Ansässiger nicht direkt einkaufen kann (sehr positive Ausnahme: Webscripton, der EBook-Shop von Baen, dessen Angebot aber leider sehr begrenzt ist). Wie ich feststellte, gab es durchaus eine wirklich tolle Auswahl an E-Books, nur leider nur bei meinem Leib- und Magenkaufhaus Amazon, und diese bieten E-Books ja ausschließlich über ihren eigenen Kindle an, dessen Dateiformat auf meinem damaligen Sony-Gerät zum einen nicht darstellbar ist und zum anderen aus DRM-Gründen auch nicht darstellbar sein soll. Man kann wohl, wenn man sich mit entsprechenden Knack-Programmen beschäftigt, diesen Schutz umgehen und Dateien konvertieren, für solche Nachtschattenmethoden bin ich aber nicht der Typ, und dies nicht nur aus moralischen und strafrechtlichen Gründen, sondern und vor allem, weil mir das einfach viel zu fummelig und kompliziert ist. <br />
Ich lernte so ein ganz neues Problem bei Büchern kennen, das ich in fast vier Jahrzehnten noch nie kennen gelernt hatte: Kompatibilitätsprobleme. Wir halten fest: Der Kauf von EBooks umständlich, Auswahl gering, Kompatibilitätsprobleme, all dies wirkt nicht gerade wie eine leuchtende Einladung, und so hätte es eigentlich nicht verwundern müssen, wenn ich den E-Book Reader irgendwann eingemottet und mich bei meinem Bekannten ganz, ganz herzlich bedankt hätte, aber hätte mitteilen müssen, dass das leider bei mir nicht gefruchtet hat.<br />
<br />
Es sollte aber anders kommen. Es IST komfortabel, auf einem solchen Gerät zu lesen und dieses zu transportieren. Der Bildschirm IST augenfreundlich. Und ehe ich mich versah, einige wenige Monate später, hatte ich auf diesem Sony-Gerät zwei richtig dicke Fantasy-Schwarten, dieverse Perry Rhodan-Romane und einige Manuskripte, die ich als Vorkoster bekam, gelesen und bestritt sogar meine Jury-Tätigkeit in einem Kurzgeschichtenwettbewerb ausschließlich über dieses Gerät. Noch besser: Meine Lieblingszeitschrift LOCUS (die rezensieren und berichten über angloamerikanische phantastische Literatur) ist ebenfalls in elektronischer Form erhältlich und kann so, in dieser Form, von mir bereits am ersten eines Monats gelesen werden. Ich musste nicht mehr auf die Druckausgabe per Post warten, die immer so 2-6 Wochen braucht. Bei LOCUS stellte ich im letzten Herbst das Abo von der gedruckten auf die elektronische Ausgabe vollständig um. <br />
Kurz gefasst: Trotz der diversen Schwierigkeiten hatte ich also bereits mehrere 1000 Seiten auf einem E-Book-Reader gelesen und musste für mich selbst feststellen: Meine Vorbehalte gegenüber dieser Art des Genusses von Lektüre waren weg, wie weg geblasen. Und der Grund ist auch einleuchtend, wenn man mal Vorbehalte, die ich nun auch kräftig pflegte, beiseite lässt. Letztlich geht es doch grundsätzlich nur darum, dass man mit den Augen Buchstaben und Wörter in sein Hirn zur weiteren Verwendung transportiert, und dieses kann man mit elektronischer Tinte genauso gut wie auf gedruckten Papier.<br />
<br />
<br />
<b>Die andere Seite</b><br />
Dass die Vorbehalte gegenüber E-Books entfallen waren, ist ja aber nur einer von zwei Schritten. Wie kam es dann, dass ich die Initiative ergriff und mir selbst einen E-Book Reader, nämlich eben jenen Amazon Kinde, zulegte? Dazu musste noch etwas mehr geschehen, und das hat unter anderem mit Musik zu tun. Ich hatte mir letzten Herbst angefangen anzugewöhnen, Musikalben nicht mehr in physischer Form als CDs, sondern nur noch als MP3-Files zu kaufen. In diesem Medium empfand ich es, trotz schöner CD-Cover und Booklets, als ausgesprochen angenehm, dass neue Alben keinen Platz mehr in meinem kleinen, begrenzten CD-Regal wegnahmen und ich vor allem diese Alben problemlos nicht nur zu Hause hören konnte, sondern als MP3-Player überall hin mitnehmen konnte ohne die CDs legal rippen zu müssen oder mit vorsinflutlichen Disc-Mans rumzurennen. <br />
Ich hatte für mich beschlossen, dass ich, so gut es geht, gar keine CDs mehr kaufen möchte, außer diese sind wirklich besonders schön aufgemacht, oder ein Album ist wirklich nur als CD erhältlich. Auch bei DVDs und Blu-Rays begann bei mir eine mentale Wende einzusetzen, weg vom Kauf (und gegebenenfalls Verkauf, wenn ein Film nix taugte) und hin zu mehr ausleihen (bei Lovefilm.de, nicht in der Schmieri-Butze vor Ort), weil man nun wirklich nicht alles im Regal haben muss und es gerade bei nicht so tollen Filmen sehr angenehm ist, wenn man diese problemlos wieder abgeben/loswerden kann, ohne sie mühselig verkaufen zu müssen. <br />
<br />
Diesen Platz-Komfort genießend, betrachtete ich auch meine Bücherregale mit anderen Augen und musste mir eingestehen, dass meine Sammlung mich über die Jahre hinweg schon ein wenig zu belasten begonnen hatte: Lese ich wirklich langsam vergilbende US-Mass Market Paperbacks, von denen ich Hunderte habe, noch einmal? Nein. Ziehe ich diese wirklich alle noch mal aus dem Regal hervor? Nein. Was mache ich mit Büchern, die ich mal 1994 oder 2002 oder sonst wann angeschafft hatte und von denen ich heute genau weiß, dass ich sie wahrscheinlich doch nicht mehr in diesem Leben lesen werde? Mit diesem Gedanken im Hinterkopf beschloss ich, dass ich nicht irgendwann meine Erben damit belasten will, Bruttoregistertonnen an Büchern aus meinem Haus schleppen zu müssen (der Extrem-Fall einer berühmten deutschen SF-Autorin und Witwe war mir ebenfalls ein Menetekel, obwohl ich davon wirklich diverse Kubiklichtjahre Papier noch entfernt bin), wenn ich einmal nicht mehr bin. Blieb nur das praktische Hindernis, dass Bücher über eBay oder Amazon Marketplace zu verkaufen nicht nur mühsam ist, dass ist das kleinste Problem, sondern dass viele Bücher gerade über Amazon Marketplace schlicht und einfach nicht weg gehen, auch wenn ich sie über Jahre zu Kampfpreisen einstelle, habbich alles längst versucht. Natürlich hätte ich auch noch die Alternativen Spende (wir haben in unserer Kirchengemeinde durch unsere Stiftung einen sehr schönen Spenden-Bücherflohmarkt) oder Altpapiertonne, diese wollte ich aber mir nur als Notlösung vorbehalten, weil mich das finanziell dann doch reute. Auch wenn ich natürlich weiß, dass insbesondere US-Mass Market Paperbacks nicht eben als Wertanlage taugen. Ferner, mal ehrlich: So schöne Sammlerobjekte sind diese Art der Billig-Taschenbücher, wie ich sie nun mal gerne konsumiere, mit ihren Pulp-Covern, dem schlechten Papier und der billigen Leimung nun wirklich nicht. Da bieten E-Books mehr Komfort und sie nehmen nachher keinen Platz weg. Manchmal sind die gedruckten Ausgaben sogar hässlicher: So bin ich zum Beispiel heilfroh, dass ich bei „The Wise Man’s Fear“ von Patrick Rothfuss jetzt diese fast 1.000 Seiten als EBook habe und mir nicht das spuckhässliche, schrecklich unhandliche und mies geleimte, unförmige Trade Paperback zugelegt hatte. <br />
<br />
Durch meine Musiksammlung und auch meine Einstellungsänderung hinsichtlich DVDs hatte ich festgestellt, bzw. mir eingestehen müssen, dass mir wohl doch nicht so wichtig ist, dass ich das alles auch sammeln und haben muss. Und da war dann der Weg zum E-Book nicht mehr weit, zumal ich inzwischen erfahren hatte, dass ein Kindle sehr komfortabel ist und man sich dort die Bücher drahtlos über WLAN darauf liefern lassen kann, so das sogar noch Wege zur Post oder zur Packstation für gedruckte Bücher und Verkabel-Orgien wie beim Sony Reader entfallen würden. <br />
<br />
Ich war eigentlich schon fast soweit, mir einen Kindle zu kaufen, gerade im Oktober/November, in welchem ich unter anderem einen Tausendseiter von Neal Stephenson („Reamde“ natürlich)  las, über dessen Gewicht und Unhandlichkeit ich jeden Tag bei der Lektüre fluchte. Das einzige, was mich noch hinderte war, dass ich ein pathologischer Seitenzahlenfetischist bin und zu meinem Schrecken erfahren hatte, dass ein Kindle diese nicht darstellt (der Sony arbeitet mit Näherungswert-Algorithmen). Sicher, durch die freie Skalierbarkeit von Buchstaben und E-Book-Seiten verlieren Seitenzahlen etwas an Bedeutung, dies ist aber eine Angewohnheit, die ich nicht missen und von der ich nicht lassen möchte. Mir ist es immer sehr wichtig, genau zu wissen, auf welcher Seite eines Buches ich mich befinde. So hatte ich vor unzähligen Jahren mal eine im Selbstverlag herausgegebenen Fantasy-Schwarte des Autors Guido Krain, der später durch lächerliche juristische Manöver zu kurzfristiger zweifelhafter Berühmtheit gelangen sollte, nur aus dem Grund nicht gelesen, weil der Autor und Möchtegernverleger tatsächlich vergessen hatte, sein Buch mit Seitenzahlen zu versehen und ich nicht um die 500 Seiten seitenzahlenblind lesen wollte und den irren Gedanken, das Buch selbst zu nummerieren, irgendwann beiseite geschoben hatte. Allerdings versprach Amazon bei den Seitenzahlen auf dem Kindle Nachbesserung, insbesondere weil es Beschwerden aus akademischen Kreisen gab, die nun mal gerne zitieren (müssen) und auch genau zitieren müssen, wie auch Nichtakademiker Anfang letzten Jahres durch einen gewissen Politiker erfahren durften. Amazon hat dann wohl einen Algorithmus entwickelt, der vermutlich per einfachem Dreisatz die Seitenzahlenangaben des Verlages mit den gelesenen Prozent auf dem Kindle ins Verhältnis setzt, so dass der Kindle jetzt zumindest bei schon vielen Büchern auch einen Seitenzahlen-Zähler anbietet. Letztes mentales Problem beseitigt. <br />
<br />
So gab es dann zwei Wochen vor Weihnachten für mich kein Halten mehr und ich bestellte mir ein solches Gerät. Ich war in der glücklichen Lage, dass mich dieses Gerät dann zum einen zu einem Wochenende erreichte, so dass ich mich diesem zeitlich ausgiebig widmen konnte und zum anderen brauchte ich aufgrund einiger lukrativer Buchverkäufe auch kein schlechtes Gewissen zu haben, als ich dieses Geld dann gleich in neue E-Book investierte, was dann selbst für Bücher galt, die ich mir erst kürzlich angeschafft hatte und die ich nun ungelesen wieder dem Verkauf zuführen konnte und wollte.<br />
<br />
Dies soll eigentlich keine Kindle-Rezension des Gerätes werden, davon gibt es genug im Netz, deshalb darf ich hier mich dahingehend kurz fassen, dass die Navigation auf diesem Gerät wirklich ein Kindlespiel ist und man sich mit wenigen Tasten wirklich sehr komfortabel durch Menüs und Bücher bewegen kann. So attraktiv wie gefährlich ist natürlich, dass man neben dem PC sowohl auf dem Kindle, als auch auf dem Smartphone Kindle-Books kindleleicht (Ok, genug Kindle-Wortspiele, versprochen) einkaufen kann, die einem dann sofort geliefert werden, der Einkauf ist somit derartig einfach gestaltet, dass man sich wirklich beherrschen muss, denn jeder dieser kurzen Klicks kostet natürlich entsprechend Geld. Für Shopping-Süchtige ist das wirklich fatal, und wenn ich Millionär oder einfach etwas unvernünftiger wäre, hätte ich mir gut und gerne hunderte von E-Books kaufen können. <br />
<br />
Wobei mir hier die Beherrschung doch leicht gemacht wird, damit wären wir wieder beim Sammeln oben: Es stellt natürlich keine große Sammel-Befriedigung dar, Bücher auf dem Kinde zu sammeln, was eine natürliche Kaufbeschränkung insofern auferlegt, als dass man EBooks wirklich nur dann kauft, bzw. kaufen sollte, wenn man diese dann auch wirklich bald liest. Diese Tatsache, dass man also nicht fürs Regal kauft und die Tatsache, dass Kindle Books in der Regel ein ganzes Stück günstiger sind, sollten die reinen Anschaffungskosten für dieses Gerät binnen kurzer Zeit amortisieren helfen. <br />
<br />
Wobei das mit dem günstigen Preis im wesentlichen nur für den US-Markt gilt. Nach meiner Erfahrung Kosten EBooks von amerikanischen Mass Market Paperbacks zwischen fünf und sieben Euro - das ist natürlich nicht so viel günstiger als die gedruckte Ausgabe, diese wird aber ja bereits zu Dumping.Preisen angeboten und wir wollen jetzt auch nicht zu gierig werden. Für die E-Book-Äquivalente von amerikanischen Trade-Paperbacks und Hardcovers muss man in der Regel bei Amazon zwischen 9 bis 15 Euro hinlegen, was auch noch in Ordnung ist, wenn man unbedingt ein neues Buch haben möchte. Leider noch völlig in der Steinzeit verharrt hier der deutsche Markt, hier wird einfach immer der Preis des gedruckten Buches angepeilt und ein kleiner Abschlag vorgenommen, so dass es zumindest bei neueren Büchern durchaus nicht selten ist, dass man um die oder sogar über 20 € dafür bezahlen darf, und für E-Book Äquivalente von Taschenbücher auch fast regelmäßig noch über zehn Euro. Hier haben deutsche Verlage offensichtlich noch nicht begriffen, dass EBooks auch andere Käuferschichten ansprechen, die im Zweifel eben nur das E-Book kaufen würden und nicht die teurere gedruckte Ausgabe, und die von solchen Preisen verschreckt werden. Es macht nun mal zumindest in der Käufermentalität einen gewaltigen Unterschied aus, ob man ein physisches Buch in der Hand hält oder ein E-Book, dies sollte sich auch deutlich im Preis niederschlagen. Natürlich stöhnen Verleger, Buchhändler und Autoren und diese sollen ja auch ihren Schnitt machen (the spice must flow, schließlich), vielleicht sollte man aber zumindest in den nächsten Jahren eher darauf sein Auge richten, dieses Medium EBook als zusätzliche Einnahmequelle zu etablieren und sich gegebenenfalls sogar neue Käufergeschichten zu erschließen, die dann Erosionen in anderen Buchsegmenten auffangen helfen könnten. <br />
<br />
Nebenbei: Großer Verlierer dieser Entwicklung sind selbstverständlich die lokalen Buchhandlungen, weil Kunden per Klick alles von zu Hause erledigen können. Das vor einigen Jahren mal angedachte Modell einer Art Buch-Zapfsäule in der Buchhandlung, in welcher man dann seinen USB-Stick reinsteckt, ist natürlich rechtschaffen absurd, wer schleppt sich denn in eine Buchhandlung, wenn man die vier Buchstaben auch im Sessel lassen und per Klick so einkaufen kann, dass man das E-Book dann ohne weiteren Aufwand sofort auf seinem Gerät wieder findet? <br />
<br />
Was lokale Buchhandlungen angeht, habe ich persönlich eher ein gutes Gewissen, weil meine ‚Geldströme’ dadurch nicht groß im Vergleich zu vorher umgeleitet werden: US-Mass Market Paperbacks habe ich schon immer bei Amazon.de gekauft, diese kann man einfach nicht im lokalen Buchhandel kaufen. Weil dort der lokale Buchhandel einfach nicht mithalten kann, der in der Regel nur britische  und nicht amerikanische Taschenbücher anbietet, und diese auch noch überteuert, mit längeren Lieferzeiten und dem netten Hinweis, dass man auch noch in Kauf nehmen und dieses abnehmen muss, wenn das Buch bei der Lieferung beschädigt wird. <br />
Schöne Bücher, Bildbände, Fachliteratur oder Bücher gewisser Autoren, werde ich auch in Zukunft in gedruckter Form erstehen, so dass mein lokaler Buchhändler durch mich keine großen Verluste erleiden wird; ich werde weiterhin dort gerne einkaufen. Ich will ja nun auch gerade nicht hysterisch ins andere Extrem (siehe ganz oben) verfallen und vollständig ins EBook rüber machen. <br />
<br />
Bleiben wir noch bei den Markt-Beobachtungen, es gibt viele Entwicklungen, die vorher mangels EBook-Interesse in letzter Zeit an mir vorbeigegangen waren und die durchaus interessant sind. Beispiele. So bietet der amerikanische Bestseller-Autor Dean Koontz nun regelmäßig vor seinen Dezember-Thriller im November eine Prequel-Novelle zu diesem jeweils neuen Buch nur als E-Book an. Ferner, Leser dieses Blogs wird das nicht verborgen geblieben sein: Der indische Autor Ashok Banker, der vor einigen Jahren angekündigt hatte, dass er sich ausschließlich auf den indischen Buchmarkt zurückzieht und seine Bücher nicht mehr weltweit anbietet, bietet seine Werke inzwischen auch auf dem Kindle an, so dass mir der Zugriff zu dessen Büchern wieder möglich ist, wovon ich in diesem Jahr ja bereits drei Mal Gebrauch gemacht habe.<br />
Auch meine überregionale Tageszeitung DIE WELT ist auf dem Kindle erhältlich und hier habe ich ohne zu zögern sofort den entsprechenden Schritt vollzogen: Kein unhandliches übergroßes Format am Esstisch und verstopfte Briefkästen mehr, über 100(!) Euro Ersparnis im Jahr und vor allem, da meine lokalen Zusteller keine überregionalen Zeitungen austragen und ich auf die Post angewiesen war: Die WELT wird mir jetzt immer schon um 2:00 Uhr nachts geliefert und nicht um 2:00 Uhr nachmittags, so dass ich tatsächlich mal meine überregionale Tageszeitung bereits zum Frühstück und nicht erst in der Mittagspause lesen kann, wenn viele Nachrichten schon veraltet sind, was für DIE WELT im besonderen Maße gilt, da diese Redaktion sehr gerne immer sehr früh Feierabend macht. <br />
Über LOCUS hatte ich oben schon geschrieben, diese Zeitschrift lese ich halt jetzt nicht mehr auf meinem Sony Reader als EPub, sondern auf dem Kindle im Mobi-Format, ebenfalls immer pünktlich am ersten eines Monats. Wobei, was auch sehr praktisch ist:  LOCUS wird nicht über Amazon angeboten, sondern muss erstmal auf die Festplatte von der entsprechenden Homepage geladen werden. Dann hat man es aber sehr einfach: Jeder Kunde bekommt für seinen Kindle eine eigene E-Mail-Adresse zugewiesen und kann dann diese und andere Dateien an diese E-Mail-Adresse schicken mit der Folge, dass die dann 15-30 Minuten später sich per WLAN auf dem eigenen Kindle wieder finden. Mal ehrlich, mehr Komfort ist schwer vorstellbar.<br />
<br />
Noch faszinierender, und damit schließt sich ein Kreis zu einer Begebenheit oben: Fast sämtliche angloamerikanischen SF-& Horror-Kurzgeschichtenmagazine sind auch als Kindle-Book erhältlich, und das gilt auch und gerade, sonst hätte ich darauf auch kein Zugriff, für Amazon.de. Es wird zwar noch nicht im Kindle-Zeitschriftenshop angeboten, man muss aber nur entsprechend suchen, dann kann man für ‚Asimov’s’ und ‚Analog’ ein Abo für jeweils nur 2,99 Euro im Monat abschließen, was ich aus Unterstützegründen sofort getan habe, auch wenn ich vermutlich nur selten die Zeit finden werde, diese Magazine (geschweige denn komplett) zu lesen. Nicht im Abo, aber ebenfalls erhältlich sind so gut wie sämtliche anderen größeren Magazine wie Clarkesworld, Lightspeed und so weiter. Einzige negative Ausnahme ist die britische TTA Press, deren Magazine Interzone und Black Static nur über Ficitonwise.com und mit einem halben Jahr Karenzzeit(stöhn!) zur Printausgabe veröffentlicht werden. Das mag als Exklusivangebot an die Bezieher der Druck-Ausgabe nett sein, wirkt aber irgendwie wirklich sehr steinzeitlich, wenn man ausgerechnet die elektronische Ausgabe einer Zeitschrift erst ein halbes Jahr später entstehen kann. <br />
Das Angebot bei diesen Zeitschriften auf dem Kindle ist so umfänglich, dass richtige Lücken direkt auffallen, wobei mir hier bisher nur das Subterranean Magazine aufgefallen ist, das es gar nicht als Kindle Book gibt.<br />
<br />
<br />
<b>Schluss</b><br />
Nach gut anderthalb Monaten als Kindle-Besitzer (dieser Artikel hier war laaange in Arbeit)  kann ich sagen: Ich bin mehr als angetan von dem Komfort-Zuwachs, den ein solches Gerät mir als Leser bringt. Der Einkauf ist leichter, die Böden in meinen Bücherregalen dürfen und können merklich durchatmen (Händler wie Momox.de und Rebuy.de erhalten regelmäßig Pakete von mir und ich dafür Geld), meine Tageszeitung ist schneller da und deutlich handlicher geworden, und ich habe leichten Zugriff zum US-amerikanischen Magazinmarkt. Buchneuerscheinungen muss ich nicht in der Packstation entgegen fiebern, diese sind häufig schon am Morgen des Veröffentlichungstages zum Frühstück zusammen mit der Zeitung auf dem Kindle da, ein glückselig machendes Erlebnis für ungeduldige Kunden wie mich. Was will man mehr? <br />
<br />
Nicht nur allgemein, auch bei mir persönlich werden Eook und E-Book Reader, siehe oben, wohl keine kurzfristige Mode sein, die schnell wieder weggeht. Ich gehe davon aus, dass ich auf absehbare Zeit bei so einem Gerät bleiben werde. Und ich werde gespannt die entsprechende Entwicklung verfolgen, die an Dynamik kaum zu überbieten ist. So wird allein Amazon sicherlich jedes Jahr ein bis zwei neue Generationen seines Kindle auf den Markt bringen, nicht nur, weil dieser ein so großer Erfolg ist, sondern weil technisch durchaus noch Luft nach oben ist: Elektronische Tinte bedingt bisher nur schwarz-weiß-Darstellungen und da man sich heute doch sehr an ein Touchscreen gewöhnt hat, ist es eher fummelig, im Kindle-Shop auf dem Gerät selbst mit einer Tastenkreuz herum zu navigieren und auch auf diese Art und Weise eine Tastatur zu bedienen (jaja, ich hätte das teurere Kindle-Gerät mit Tastatur kaufen können, schon klar). <br />
Kürzlich las ich in einem Messebericht, dass zwar Farb-Bildschirme mit elektronischer Tinte noch nicht richtig möglich sind, dass man aber an Readern mit einer Dual-Technik arbeitet, dass man also zwischen LCD und elektronischer Tinte hin- und herschalten kann. Da EBooks sich auch gerade für den immer noch immens boomenden Tablet-Markt anbieten und Amazon diesen aufmischen möchte mit seinem Kindle Fire, der wohl Ende des Jahres auch nach Deutschland kommt, ist ein solches duales Modell nur ein logischer Schritt.<br />
<br />
Mein Ziel mit diesem Artikel war nicht, Leser für E-Book-Reader zu begeistern oder gar zu missionieren, dafür werde ich auch nicht bezahlt. Wenn ich aber dem einen oder anderen, der noch dieselbe Skepsis hegt wie ich in den Anfangskapiteln, jetzt einige seiner oder ihrer Vorbehalte nehmen konnte, dann hätte ich mein Ziel erreicht und kann die hier in den Überschriften beschriebene Flussfahrt für einige Leser vielleicht abkürzen. <br />
<br />
Insbesondere auf dem Komfortzuwachs kann man gar nicht oft genug hinweisen, dadurch wird man richtiggehend verwöhnt und verzogen, das sollte auch den letzten Technik-Saurier (wie ich auch mal einer war) überzeugen. <br />
<br />
Dieses Jahr warten nicht nur der zweite Rothfuss (s.o.), sondern auch Thomas Manns „Joseph und seine Brüder“ und der „Zauberberg“ noch als Lektüre auf mich – jetzt natürlich im E-Book. Die Vorstellung, einen Tausendseiter im unhandlichen und schweren Hardcover noch einmal gedruckt stemmen und in der Hand halten zu müssen, macht mir inzwischen richtiggehend Angst. Das klingt verweichlicht? Hey, wir reden hier sowieso die ganze Zeit von einer Tätigkeit, der man lümmelnd im Sessel, im Zug, auf dem Sofa oder im Bett nachgeht.<br />
<br />
Zu all diesen Orten ist mir mein Kindle ein ständiger und lieber Begleiter geworden. <br /><br /> ]]></description>
<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 12:12:38 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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</item>
<item>
<title>Ich lese jetzt</title>
<link>http://oliblog.blogg.de/eintrag.php?id=2661</link>
<description><![CDATA[Eigentlich hatte ich nach Ende der Lektüre von "The Forest of Stories", dem ersten Band der Mahabharata-Nacherzählung von Ashok K. Baker geplant, mich entweder mal ein wenig Stephen King ("11/22/63" und einige Novellen) oder einer modernen Space Opera wie Alastair Reynolds' "Blue Remembered Earth" zu widmen. Die aktuellen Besprechungen des King-Romans im deutschen Feuilleton und meine Lektüre einiger Texte über die moderne Space Opera steigerten meinen Wunsch sogar noch. <br />
Dann passierte es: Mich nahm die archaische, altindische Mythenwelt des Mahabharata mit ihren Priestern, wunderschönen Frauen, mächtigen Königen, millionenfachen Schlangen-Feueropfern und gegenseitigen lebenslangen Verfluchungen mit Blindheit und Unfruchtbarkeit wegen eines Haars in der Suppe (im wahrsten Sinne des Wortes) so gefangen, dass ich nahtlos und für mich selbst unerwartet mit Band 2, "The Seeds of War" weiter gemacht habe. Banker hat das Mahabharata in 18 Romanen nacherzählt, Band 3 erscheint als EBook im Februar. Ferner könnte ich von ihm noch <i>jeweils</i> 8 Krishna- und Ramayana-Romane lesen, sowie weitere Krimis und SF-Romane, genug Stoff bis mindestens Weihnachten. Das muss und soll aber nicht, ich möchte dieses Jahr dann doch auch noch mal was anderes lesen. Ich nehme mir also vor, nach diesem Band 2 erstmal siehe oben (Reynolds, King). Aber wer weiß, was mit mir am Ende von "The Seeds of War" passiert. <br />
Ich mag es sogar, mich mit sowas selbst zu überraschen.<br />
<br />
Neben einigen kleinen Rezensionen muss ich nun endlich mal den lange versprochenen und nun schon häufiger nachgefragten Kindle-Artikel angehen. Dessen Struktur steht, ich muss nur noch mal 2-3 Stunden am Stück oder portioniert dafür finden. <br /><br /> ]]></description>
<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 10:38:35 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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<title>Gesehen: Atemlos vor Angst</title>
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<description><![CDATA[(OT: Sorcerer)<br />
Thriller von William Friedkin, USA 1977, 122 Minuten (NTSC)<br />
DVD (Vollbild (cropped)/Mono) bei Universal USA (Import)<br />
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Sehr aufwändige Hollywood-Neuverfilmung von Henri-Georges Clouzots „Lohn der Angst“ (Le Salaire de la Peur, 1953, klarer Fall von 10/10 Punkten). Das Original um vier Männer, die zwei Lastwagen mit Nitroglyzerin durch den südamerikanischen Dschungel fahren müssen, dürfte bis heute immer noch das Non-plus-Ultra der Filmgeschichte und die letztgültige Antwort in Sachen Spannung und Fingernägel kauen sein. <br />
Das Remake habe ich mir einerseits in meiner kurzen Reihe mit Filmen mit Tangerine Dream-Scores angesehen, dieses war der erste Film mit Musik der Band um Edgar W. Froese und Tangerine Dreams Durchbruch in Hollywood, dem in den 80ern noch viele Soundtrack-Aufträge folgen sollten. Der TD-Score ist ungewöhnlich für so einen Film, schräg, aber doch passend, weil er die fiebrig-irreale Atmosphäre des Dschungels gut akzentuiert. <br />
Andererseits habe ich mir den Film mal wieder angesehen um mir endlich einmal anzutrainieren, ihn zu mögen. Denn eigentlich ist alles da: Beeindruckend aufwändige Spannungsszenen (die Fahrt über eine schlingernde Holzbrücke bei sinnflutartigem Regen ist ein unglaublicher Anblick), statt Yves Montand und Peter van Eyck im Original die keineswegs schlechteren Roy Scheider und Bruo Crémer im Remake und Action-Genie William Friedkin („The French Connection“) hinter der Kamera. <br />
Das mit der Liebe hat aber wieder nicht so richtig funktioniert.<br />
Der Grund ist wohl, dass die Figuren einfach nicht so gut wie im Original entwickelt sind und die Spannungsszenen in Timing und Einstellungen nicht so gekonnt die Intensität des Clouzot-Films erreichen. Dadurch wirkt der Film auch ein ganzes Stück zu lang, obwohl er fast eine halbe Stunde kürzer(!) als das 2 1/2-stündige Original ist, und strapaziert mitunter die Geduld. Enttäuschung abhaken und zurück ins Regal. Wiedervorlage 5-10 Jahre.<br />
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Punkte: 6/10<br />
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Die uralte US-DVD von Universal ist nach dem Wunsch des Regisseurs im beschnittenen Vollbild. Immerhin bekommt man hier den Film in voller Länge zu sehen. Den eropäischen Verleihern war „Sorcerer“ (auch) zu lang, so dass man für die europäische Auswertung (auch in Deutschland) die einführenden 28 Minuten, in welchen schematisch bei einem nach dem anderen der Anti-Helden jeweils erläutert wird, warum er eine Lebenskrise erlebt und jeweils im Dschungel landet, gestrichen hatte, so dass aus einem gut zweistündigen Film nur ein Anderthalbstünder wurde. Wie man es auch macht, ist es verkehrt: Die europäische Version konturiert die Helden noch viel weniger, so dass man noch weniger emotional involviert wird, die vollständige US-Fassung wirkt dafür mit ihren 122 Minuten schlich zu lang. Vielleicht ist in 5-10 Jahren zumindest mal eine restaurierte Version im vollständigen Bildformat zu haben. Dann probieren wir das mit der Chance wirklich noch einmal.  <br /><br /> ]]></description>
<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 18:09:53 +0100</pubDate>
<dc:creator>Oliverj63</dc:creator>
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