Sonntag, 23.11.2008
Gesehen: Memento
Mit Guy Pearce, Carrie-Anne Moss, Stephen Topolovsky u.a.
DVD, Sprache/Ton: Englisch DD 5.1, Bild: 2,35:1 anamorph.
Bevor "The Dark Knight" auf DVD veröffentlicht wird, wollen wir noch mal ein paar Christopher Nolan-Filme erneut sichten.Als der Film, der rückwärts läuft, ging Christopher Nolans („Batman Begins“, „The Dark Knight“) Thriller um einen Mann (Guy Pearce), der die Vergewaltigung und Ermordung seiner Ehefrau rächt, in die Geschichte ein. Der Kunstgriff, dass der Held sofort alles vergisst und sich alles aufschreiben muss, ist so konstruiert (und die einzige große Schwäche) wie wohl notwendig für die Rückwärts-Handlung, auch wenn Gaspar Noes noch besserer „Irreversibel“ ohne diesen Griff auskam.
Nach wie vor beeindruckt „Memento“ dadurch, wie geschickt parallel auf der einen Seite die Filmhandlung in umgekehrter Reihenfolge erzählt wird und auf der anderen Seite der Zuschauer ständig mehr erfährt, so dass anfängliche Desorientierung schnell einem guten Überblick weicht und man gefesselt registrieren kann, wie viel Erzählpotential es bietet und den Raum für prächtige Einfälle öffnet, die Szenen einer Handlung einmal umgekehrt anzuordnen. Wenn man den Film lange nicht gesehen hat, geht es einem wie dem Helden: Man hat viel vergessen, so dass die bis heute sehr kühne Pointe einen wieder neu unvorbereitet trifft - und die Zuschauer teilt: Während die Redaktion u.a. von Leonard Maltins jährlichem Standard-Filmlexikon sie hasste, soll hier die Ansicht vertreten werden, dass einem die schiere Brillanz dieser Idee geradezu ins Gesicht springt. Ein genialer Einfall, der Schluss. Oder der Anfang, je nach Sichtweise.
Punkte: 9/10
Als Hidden Feature kann man den Film auch vorwärts ablaufen lassen..
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Geschrieben von Oliver unter diesem Permalink in Film: Hollywood





