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Montag, 13.10.2008

Gesehen: Eagle Eye

D.J. Caruso, USA 2008, 117 Minuten
Im Lichtspielhaus, Bild: Scope

Wenn einen Steven Spielberg unter seine Fittiche nimmt, hat man es natürlich sehr gut. So geht es im Moment Regisseur D.J. Caruso und Hauptdarsteller Shia LaBeouf.

Und da die beiden letztes Jahr mit der modernen „Fenster zum Hof“-Paraphrase „Disturbia“ einen Hit landen konnten, stand für den neuen Film „Eagle Eye“ deutlich mehr Geld zur Verfügung. Der Film ist aber nicht nur deutlich aufwändiger, sondern auch viel zitierfreudiger als sein Vorgänger. Sowohl bei Grundkonstellation („Der unsichtbare Dritte“) als auch im Finale („Der Mann der zuviel wusste“) bedient man sich wieder bei Hitchcock, und für den Aufhänger zog man Kubrick („2001 – Odyssee im Weltraum“) und Badham („WarGames“) mit einigen deutlichen Zitaten heran.
Die Handlung in kürze? Copyshop-Angestellter (LaBeouf) und alleinerziehende Mutter (Monaghan) werden von einer weiblichen Stimme über Telefone, Hinweisschilder und andere Kommunikationsmöglichkeiten erpresst und durch wahnwitzige Abenteuer gelenkt, wobei diese Stimme angesichts ihrer Manipulationsmöglichkeiten allmächtig zu sein scheint..
Als neuster Eintrag zum Thema Überwachung gelingen dem Film einige prägnante Momente (und der Plan des Bösewichts ist eigentlich grundsympathisch), ferner ist ein Unterhaltungswert durch ein rasantes Tempo definitiv vorhanden.

Leider sind aber auf den Sollseite allzu viele Positionen zu verbuchen. Die beiden Hauptdarsteller Shia LaBeouf und Michelle Monaghan können angesichts unterentwickelter Rollen kaum Chemie und Charisma entwickeln und auch das wahnwitzige Tempo lenkt schlecht davon ab, dass der HF-Faktor (Hirnrissigkeits-Faktor) des Drehbuchs diesmal schwindelerregend hoch ist. Selbst Zuschauer, die in der Regel bereit sind, alles zu glauben (wie ich) werden ihre Schwierigkeit haben, völlig unmotivierten und an den Haaren herbei gezogenen Handlungswendungen zu glauben. Einzelne Szenen sind dabei ungewöhnlich und neu, insgesamt glaubt man das alles aber leider kein Stück weit. Einige handwerkliche Schwächen wie dilettantisch-chaotisch inszenierte Verfolgungsjagden stutzen den Film weiter ins Mittelmaß zurück, so dass am Ende nur ein leidlich unterhaltsamer Kinoabend verbleibt.


Punkte: 6/10.

Geschrieben von Oliver unter diesem Permalink in Film: Hollywood

4 Kommentare | TrackBack (0) | Artikel versenden

Kommentare

Maini am 15.10.2008 - 10:06

Ich wollte heute eine Kritik dazu schreiben, aber das kann ich mir nun ersparen. Einige Handlungen sind absolut nicht nachvollziehbar, dem Bösewicht kommt man viel zu früh auf die Spur, ab da wartet man eigentlich nur noch auf das Ende, das zieht sich jedoch noch weit hin. Selbst der Schluss enttäuscht, aber da möchte ich nichts weiter dazu schreiben. Sicher wollen noch einige den Film ohne Spoiler sehen. 6/10 ist noch viel zu viel für den Film.

Oliver am 15.10.2008 - 10:46

Ja, selbst "Hirn aus" funktioniert da häufig nicht, dafür sind einfach zu viele Fragezeichen über dem Kopf.
Übrigens, Michelle Monaghan habe ich gerade gestern bei einer erneuten Sichtung von "Kiss Kiss Bang Bang" wieder gesehen und frage mich jetzt, warum sie in "Eagle Eye" so furchtbar bieder und zurück haltend auftreten musste. Sie kann auch ganz anders!

Maini am 17.10.2008 - 08:04

Ohne mich jetzt hoffentlich völlig zu blamieren: ist sie die Hauptdarstellerin in beiden Filmen? Wenn ja, dann hätte ich sie im Leben nicht wiedererkannt. Nicht einmal ansatzweise. Kiss Kiss Bang Bang - den mag ich ja mal zur Abwechslung :)

Oliver am 18.10.2008 - 19:42

Ich wäre da auch nie drauf gekommen, wenn ich die beiden Filme nicht so kurz hinter einander gesehen hätte. Guck mal nach ihr in der IMDB: Da stehen noch andere bekannte Filme mit ihr, in denen sie mir auch nicht aufgefallen ist..

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