Donnerstag, 11.10.2007
Gesehen: Wolfzeit
SF-Drama von Michael Haneke, FRA/AUT/DTL 2003, 108m23s (PAL)
Mit Isabelle Huppert, Maurice Bénichou, Lucas Biscombe u.a.
DVD (Absolut Medien), Ton: Französisch DD 5.1 mit dt. UT, Bild: 2,35:1 anamorph.
Irgendwie ist die Welt untergegangen. Die Zivilisation ist zusammen gebrochen, Nahrungsmittel werden knapp. Dies erlebt die Familie, die im Zentrum dieses Films steht, hautnah: Als sie in ihrem Ferienhaus ankommen, wird der Vater erschossen, die Mutter (Isabelle Huppert) ist fortan mit den beiden Kindern auf der Flucht…
Hanekes Ansatz, dem Zuschauer möglichst wenig Distanzierungsmöglichkeiten durch Vermeidung von Extremen und Konkretisierungen zu bieten und bewusst keinen SF-Film zu inszenieren (auch wenn „Wolfszeit“ doch einer ist), klingt auf dem Papier interessant und bietet in seiner Vagheit auch eine gewisse Sogwirkung und interessante, unspektakulär-wirkungsvolle apokalyptische Bilder, geht aber letztlich doch nicht auf.
In seiner Diffusität fällt der Film auf den Bauch und distanziert den Zuschauer sehr wohl, der sich nur schwerlich mit den Personen identifizieren kann, trotz einer gewohnt exzellenten Leistung von Isabelle Huppert und einigen eindrucksvollen Reflexionen und Darstellungen zum Zerfall der Zivilisation.
Ferner soll Haneke doch nicht meinen, dass seine Bilder keine Assoziationen evozieren, natürlich tun sie das. Wohl jeder Zuschauer dürfte Kriegsflüchtlings-Bilder u.ä. in „Wolfzeit“ sehen, warum nicht gleich konkreter dies alles verorten? Der Titel ist übrigens der Edda entlehnt, was diesen zu spröden, gemächlichen Film aber nur bedingt adelt, der sich in seinem Nebel verliert.
Punkte: 4/10.
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Cover: Absolut Medien
Geschrieben von Oliver unter diesem Permalink in Film: Europa
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