Mittwoch, 08.11.2006
Bücher parallel lesen?
Ich kann Dirk da nur aus vollstem Herzen zustimmen ? und mache es doch seit Jahrzehnten anders. So lange ich denken kann, lese ich Bücher parallel ? obwohl ich eigentlich nicht will.
Viele wohlfeile Argumente habe ich mir zurecht gelegt: So lese ich im Moment einen Roman, zwei Sachbücher und eine Kurzgeschichtensammlung parallel und rede mir ein, dass die sich aufgrund der Verschiedenartigkeit der Texte nicht im Wege stehen. Das ist natürlich ein Irrtum, denn tatsächlich lesen kann man immer nur eines davon. Und genau das, was Dirk da oben beschreibt, diese ?minutenlange Kontemplation?, um zu entscheiden, was man jetzt liest, sorgt bei mir immer wieder für dicke Rückstaus, denn selbst wenn man völlig verschiedene Texte liest und sich eine strikte Reihenfolge selbst festlegt ? man verheddert sich doch und zweifelt, ob man jetzt in diesem oder in jenem Buch weiterlesen soll. Das geht mir teilweise so auf den Geist, dass ich stattdessen dann lieber zu einer Zeitschrift oder einem weiteren(argh!!) Buch greife, oder erst gar nicht mit dem Lesen anfange.
Hauptgrund, warum ich den Sirenen immer wieder nachgebe, ist der, dass ich gerne eine Ausweichmöglichkeit habe, wenn es in einem Buch einmal stockt - sowie etwas mehr Abwechslung auf dem Lesespeiseplan. Deswegen ist, inzwischen seit gut zwei Jahrzehnten, jeder Versuch einer Disziplinierung hin zu einem Buch gescheitert, obwohl das obige Auswählen nervt, obwohl man definitiv weniger und nicht mehr ?schafft?, als man vielleicht denkt und obwohl sich die Bücher dann auf dem Nachttisch stapeln.
Es freut mich aber, dass es anderen auch so geht.
Vielleicht, ja, vielleicht nehme ich Dirks Posting ja zum Anlass, es diesmal wirklich zu versuchen und nach meinen momentanen Büchern tatsächlich nur eines weiter zu lesen. Es spricht so viel dafür, einen Versuch ist das wert.
Trotzdem zum Abschluss ein Tipp: Wer um Geld wetten möchte, ob das klappt, sollte nicht auf mich setzen...
Geschrieben von Oliver unter diesem Permalink in Phantastische Literatur





