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Freitag, 19.03.2010

Gesehen: Drei Filme

Besprechungen des 'Filzlaus'-Remakes 'Der Killer und die Nervensäge' von Francis Veber, sowie von Roland Emmerichs '2012' und Guy Richies Neuinterpretation der 'Sherlock Holmes'-Figur.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in DVD

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Gesehen: Die Nacht des Jägers

(OT: The Night of the Hunter)
Thriller von Charles Laughton, USA 1955, 88m47s (PAL)
Mit Robert Mitchum, Lillian Gish, Shelley Winters u.a.
DVD (MGM), Ton: Englisch DD 1.0, Bild: 1,33:1 Vollbild.
The Spectator's 50 Essential Films, Platz # 1

Wir haben nun das Ende der Spectator-Liste erreicht, Platz 1, also den besten Film aller Zeiten nach Meinung der beiden Filmjournalisten der britischen Zeitung. "Die Nacht des Jägers" ist in meinen Augen als bester Film aller Zeiten eine recht gute Wahl, gehört er doch auch zu meinen Lieblingsfilmen. Ich bin deshalb wie bei "Sunrise" wieder in der komfortablen Lage, einfach eine ältere Kritik hier noch einmal online stellen zu können. Dies ist mein Eintrag vom 17.5.2007, leicht überarbeitet.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Freitag, 12.03.2010

Gelesen: The Best Science Fiction of the Year: Twenty-Sixth Annual Collection

Anthologie von Gardner Dozois,
687 S., Paperback, St. Martin's Griffin/N.Y. 2009, ISBN 978-031255105-6, ca. EUR 15,40

Pünktlich wie immer legte Gardner Dozois im Frühsommer 2009 seinen 26 Anthologie-Monolithen mit den besten SF-Kurzgeschichten des letzten Jahres vor. Wie immer bekommt man Schwindel erregend viel Masse für sein Geld, nämlich satte 30 Geschichten auf über 600 großen, eng bedruckten Seiten. Vielleicht sogar zu viel des Guten, denn aufgrund der sehr großen Seiten ist der Lesefluss langsam und die zu bewältigende Masse wirkt um so gewaltiger. Ist man dann durch und blättert zum Inhaltsverzeichnis zurück, kommt man nicht umhin, Herausgeber Dozois auch einmal Anerkennung dafür zu zollen, wie penibel er in verschiedenen Richtungen auf Ausgewogenheit achtet: Kürzere und längere Texte, jedes SF-Subgenre wenn möglich berücksichtigend, älterer Autoren-Veteranen und junge Talente gleichfalls im Auge behaltend und aus allen drei wichtigen Publikationsformen (Magazine, Buch-Anthologien, Online-Publikationen) in ungefähr gleichem Maße schöpfend. Das muss der Verlag ja nicht hören, sprechen wir etwas leiser: Selbst für den doppelten Preis würde das Preis/Leistungsverhältnis hier noch stimmen.

Donnerstag, 11.03.2010

Gesehen: Das weiße Band

Drama von Michael Haneke, DTL/AUT/FRA/ITA 2009, 144m10s (24fps)
Mit Burghart Klaußner, Christian Friedel, Leonie Benesch u.a.
Blu-Ray, Sprache/Tonformat: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Bidlformat: 1080p 1,85:1 anamorph

Nach dick aufgetragenen Momenten einer Kleinstadtidylle fährt die Kamera über eine Wiese, dann unter die Wiese. Unter der Oberfläche der Wiese sehen wir dann in Großaufnahme Maden und Gewürm, die auf der Tonspur einen gewaltigen, unangenehmen Lärm veranstalten und einen grellen Kontrast zu dem Pastell-Grün der Aufnahmen von der Wiese darstellen. Nein, dies ist nicht der Anfang des Schwarzweißfilms „Das weiße Band“, sondern von David Lynchs „Blue Velvet (1986)“. Das Bild von den Maden unter der Oberfläche würde aber auch perfekt als Einrahmung und Thema-Vorgabe zu Michael Hanekes jüngsten, hier besprochenen Film passen. Neben dem Unterschied Farbe-Schwarzweiß zu „Blue Velvet“ gibt es aber noch einen weiteren, sehr großen, so dass wir mit dem Vergleich zwischen diesen beiden Filmen jetzt schnell aufhören: „Das weiße Band“ versucht nicht mal, eine Idylle in dem norddeutschen Dorf kurz vor dem ersten Weltkrieg zu beschreiben, in welchem dieser Film spielt, im Gegenteil: Selten hat ein Film dörfliche, beklemmende Enge so intensiv eingefangen.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Europa

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Sonntag, 07.03.2010

Oscars 2010 - Liveblogging

Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich mich heute Nacht auch mal im Live-Blogging versuchen und die Oscar-Verleihung hier kommentieren.

neuester Eintrag oben, chronologisch also bitte von unten nach oben lesen

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Freitag, 05.03.2010

Schönes Wochenende

Es hat leider nicht mehr zu einem vollständigen Eintrag heute gereicht. Warum das ‚Filzlaus’-Remake “Der Killer und die Nervensäge“ etwas enttäuschend ist, werde ich also erst demnächst schreiben können.
Das Wochenende wird filmtechnisch wohl sehr interessant: Ich kann endlich Hanekes „Das weiße Band“ sehen (steht auf meinem Wunschzettel), bei welchem ich turmhohe Erwartungen hege, und Sonntag für die Oscar-Verleihung wird natürlich aufgeblieben. Wer von den beiden Ex-Eheleuten Cameron/Bigelow gewinnt, ist mir egal, ich freue mich dann auf jeden Fall. Und sollte doch ein Außenseiter gewinnen, wäre ich zumindest überrascht.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Allgemein

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Mittwoch, 03.03.2010

Gelesen: Zwei aktuelle Romane von Philip Roth

‚Indignation (2008)’ (dt. ‚Empörung’) & ‚The Humbling (2009)’ (dt. ‚Die Demütigung’)

Drei oberflächliche Gemeinsamkeiten hat Philip Roth mit der kürzlich hier näher vorgestellten Joyce Carol Oates: Beide sind lange im Geschäft, gehören zu den renommiertesten Autoren der USA und beide sind jährlich in den engeren Auswahl für den Literatur-Nobelpreis. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch.
Roth, der übernächste Woche 77. Jahre alt wird, legt im Moment einen Zyklus mit fünf Kurzromanen vor, die alle um die großen Themen Liebe und Tod kreisen und von denen die bisher erschienen ersten beiden hier besprochen werden:

„Indignation“ (Vintage TB, 233 Seiten, auf Deutsch bereits bei Hanser als „Empörung“ erschienen) und „The Humbling“ (Cape HC, 140 Seiten, auf Deutsch bei Hanser als „Die Demütigung“ ab nächsten Montag im Handel) könnten äußerlich kaum verschiedener sein:

Montag, 01.03.2010

Lebenstraum: Polizist

Gesehen: ‚Der Kaufhaus-Cop (Paul Blart: Mall Cop)’ und 'Shopping Center King (Observe and Report)’

Die zufällige Gleichzeitigkeit bestimmter Filmprojekte in Hollywood fasziniert schon immer und versetzt immer wieder in Erstaunen, und es ist häufig hochinteressant, wie aus ähnlichen Prämissen völlig unterschiedliche Filme entstehen.
Beide hier besprochenen Filme liefen im Frühjahr 2009 in den USA an und handeln von einem dicklichen Sicherheitsangestellten einer US-Einkaufspassage, der zum einen so gerne ‚richtiger Polizist’ wäre statt nur bei Vorkommnissen die richtigen Polizisten rufen (‚Observe and Report’ – wie einer der beiden Filme sogar heißt’) zu dürfen und zum anderen sich in eine in dem Center arbeitende Verkäuferin verliebt.
Im Tonfall aber könnten beide Filme gar nicht unterschiedlicher sein. Während ‚Der Kaufhaus-Cop’ eine familientaugliche ‚Stirb Langsam’-Parodie ist und überraschend ordentlich ausgefallen ist, stellt ‚Shopping Center King’ einen so missratenen wie wirklich bösartigen Versuch dar, eine Anti-Komödie zu drehen, die gegen Ende tatsächlich für einige großartige Szenen gut ist.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Gelesen: A Fair Maiden

Roman von Joyce Carol Oates
165 Seiten, Gebunden, Otto Penzler, New York 2010, ISBN 978-015101516-0, ca. € 16,99,

Zum Abschluss der zunächst vierteiligen Lesereihe mit aktuellen Werken von Joyce Carol Oates widmen wir uns nun ihrem jüngsten Buch, dem 56. Roman in 46 Jahren, ein eher kurzes Werk mit dem Titel „A Fair Maiden“.
Die sechzehnjährige Katya Spivak jobbt in den Ferien als Kindermädchen in einem flirrenden Strandort in New Jersey und lernt während eines Spazierganges mit ihren beiden Schützlingen den achtundsechzigjährigen Marcus Kidder kennen, der sie mit den Kindern nach Hause einlädt. Auch wenn sie der Altersunterschied zögern lässt, folgt sie der Einladung, später auch alleine. Auch wenn Kidder ihr Großvater sein könnte, beeindruckt sie der ehemalige Kinderbuchautor und Hobby-Maler sehr und seine Zuwendung zu ihr berührt sie.

Donnerstag, 25.02.2010

Gesehen: Drei Filme

Drei Filme, die hier im Blog keine lange Besprechung lohnen: Das Original und Remake von "The Stepfather" (1987/2009) und Platz #2 der Spectator-Liste der besten Filme aller Zeiten, Coppolas "Apocalypse Now".

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in DVD

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Mittwoch, 24.02.2010

Gesehen: Halloween II

Horror-Film von Rob Zombie, USA 2009, 105m22s (Kinofassung, NTSC) / 118m57s (Director's Cut, NTSC)
Mit Scout Taylor-Compton, Sheri Moon Zomibe, Malcolm McDowell u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Englisch DD 5.1, Bildformat: 1,85:1 anamorph

Es ist nachvollziehbar: Wenn jemand Zombie heißt, nicht nur wie ein Rock-Star aussieht, sondern auch einer ist und dann Horror-Filme dreht, denen man nicht nur viel Sorgfalt und Genre-Kenntnis anmerkt, sondern die auch noch in Ästhetik und Kompromisslosigkeit auf die für das Genre sehr fruchtbaren Siebziger Jahre zurück greifen, so jemandem lassen Fans fast alles durchgehen. Dies erklärt auch, warum bei Zombies bisherigen Filmarbeiten landläufig immer sehr großzügig über Fehler hinweg gesehen wurde. Auch wenn „House of 1.000 Corpses (2003)“ etwas konfus, und „The Devil’s Rejects (2005)“ und „Halloween (2007)“ dramaturgisch reichlich uneben waren. Ausgerechnet mit einem auf den ersten Blick uninteressanten Projekt, einer unter kommerziellen Vorzeichen entstandenen Slasher-Fortzsetzung wie „Halloween II“ (namensgleich mit der damaligen Fortsetzung von 1981) kann Zombie nun aber beweisen: Wenn er keine groben Fehler macht, ist er ein bemerkenswerter und talentierter Filmemacher. Denn in den engen Grenzen, die ein Film wie „Halloween II“ setzt, macht Zombie so gut wie alles richtig und inszeniert nicht nur seinen mit Abstand besten Film bisher, sondern eine in den letzten Jahren qualitativ heraus ragende Slasher-Fortsetzung.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Gelesen: Little Bird of Heaven

Roman von Joyce Carol Oates
442 Seiten, Gebunden, ecco, New York 2009, ISBN 978-006170431-4, ca. € 19,95,

Das soziale Brennpunkt-Viertel Sparta in New York: Die hübsche und beliebte Zoe Kruller ist brutal ermordet worden. Hauptverdächtige sind zwei Männer: Ihr Ehemann, sowie Zoe Krullers Geliebter Eddie Diehl.
Joyce Carol Oates erzählt in ihrem aktuellen Buch, ihr 55. Roman in 45 Jahren, diese Geschichte nicht als Kriminalfall, sondern als Sozialportrait eines Brennpunktviertels. Dabei bedient sie sich zweier personaler Erzähler und betrachtet die Welt mit den Augen von Eddie Diehls Tochter Krista und Zoe Krullers Sohn Aaron, die nicht nur durch diesen Mord, sondern auch durch eine Amour Fou verbunden sind.

Montag, 22.02.2010

Gelesen: Dear Husband,

Kurzgeschichtensammlung von Joyce Carol Oates
326 Seiten, Gebunden, ecco, New York 2009, ISBN 978-006170431-4, ca. € 19,95,

Rezensenten haben es inzwischen äußerst schwer, bei Joyce Carol Oates ein neues Buch von ihr in ihr Gesamtwerk einzuordnen, denn dafür muss man ein furchteinflößend großes Oeuvre gelesen haben, dass die Autorin in mittlerweile fast fünfzig Jahren produziert hat. Dies führt immer wieder dazu, dass Oates gerade in angloamerikanischen Rezensionen für ihren Publikationsfleiß mehr oder weniger verflucht wird und ihr, immerhin seit fünfundzwanzig Jahren offen gehandelte Kandidatin für den Nobelpreis, immer auch mal wieder erfolglos versucht wird, Schludrigkeit anzuhängen.
Irgendwo muss man als Leser einmal anfangen, nehmen wir ihren jüngsten Kurzgeschichtenband. Diese aktuelle Kurzgeschichtensammlung ist bereits ihre 32. seit 1963, und das neben über 50 teilweise längeren Romanen und anderen Werken. Aufgeteilt ist der Band in zwei Teile, die sich auch deutlich unterscheiden. Der erste Teil behandelt im weitesten Sinne Familiengeschichten, der zweite Teil ist thematisch weiter gefasst. Wandern wir streiflichtartig durch die Geschichten, wobei wir nicht in der Publikationsreihenfolge vorgehen, sondern etwas thematisch gruppieren.

Freitag, 19.02.2010

Gesehen: Drei Filme

Heute stehen ein spanisches Melodram und zwei Action-Gurken auf dem Besprechungs-Programm, nämlich der neue Almodóvar, der neue Van Damme (macht Spaß, die beiden Namen hintereinander in einem Atemzug zu schreiben) und der jüngste Film von Renny Harlin.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in DVD

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Mittwoch, 17.02.2010

(Wieder) Gesehen (und nun zu meinem Lieblingsfilm ernannt): Sunrise

(a.k.a.: Sunrise - A Song Of Two Humans)
Drama von F.W. Murnau, USA 1927, 95 Minuten
Mit Janet Gaynor, George O'Brien, Margaret Livingston u.a.
DVD (Eureka/UK), Ton: Movietone-Score DD 2.0, Bild: 1,20:1 pillarboxed
The Spectator's 50 Essential Films, Platz # 3

In der Spectator-Liste der besten Filme aller Zeiten sind wir jetzt auf Platz 3 angekommen. Ich poste hier im wesentlichen noch einmal eine geringfügig erweiterte und aktualisierte Version meiner Kritik vom 17.5.2007. Damals schrieb ich, dass der Film in der Liste meiner Lieblingsfilme Platz 3 belegt, also den gleichen wie in der Spectator-Liste. Eine Liste meiner Lieblingsfilme führe ich seit Schulzeiten, diese Liste hat sich in den letzten 10-15 Jahren kaum geändert. „Sunrise“ war der einzige Kandidat, ob alter oder neuer Film, der es überhaupt in den letzten Jahren bei mir neu auf diese Liste geschafft hat, und dann gleich so weit oben.
Ich habe die DVD-Neuauflage von Eureka aus UK aus dem Herbst letzten Jahres und diese Filmreihe hier im Blog anhand der Spectator-Liste genutzt, um zu überprüfen, ob dieser Platz bestehen bleiben kann und mich nach erneuter Sichtung von „Sunrise“, eine von jetzt schon mehr als ein halbes Dutzend in wenigen Jahren, dazu entschieden, dass er nicht auf Platz 3 bleiben kann. Wenn ich das nächste Mal hier im Blog die Liste meiner Lieblingsfilme poste, wird Sunrise den seit zwanzig Jahren unangefochten an der Spitze stehenden „The Killer“ von John Woo verdrängt haben und auf Platz #1 stehen. „Sunrise“ von Friedrich Wilhelm Murnau rufe ich somit offiziell zu meinem Lieblingsfilm aus.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Montag, 15.02.2010

Gesehen: Drei europäische Widerstandsfilme

Nach Paul Verhoevens Rückkehr nach Holland im Jahr 2006 mit dem so differenzierten, wie aufregenden “Black Book“, der es furios schaffte, ernstzunehmendes Nazi-Drama und leicht sleaziger Thriller gleichzeitig zu sein, entstanden ohne kausalen Zusammenhang im Jahr 2008 gleich in drei weiteren europäischen Ländern Filme über den Widerstand gegen die Nazis, so dass man neben der holländischen, nun auch eine französische (‚Female Agents’), norwegische (‚Max Manus’) und dänische Sicht (‚Tage des Zorns’) als Film geboten bekommt. Auch wenn alle drei Filme nicht die furiose Rasanz, die Differenzierung, ja die Qualität von Verhoevens Film erreichen, sind sie durchaus alle sehenswert.
Das außergewöhnliche dabei neben der Gleichzeitigkeit: Man entschied sich bei allen drei Filmen trotz höchst unterschiedlichster Geschichten und Herangehensweisen dafür, wie Verhoeven den jeweiligen Stoff im Gewand eines Action-Thrillers zu erzählen; ein Genre, das europäischen Filmemachern nicht gleich als erstes normalerweise einfällt - und bei Nazi-Stoffen schon gar nicht.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Europa

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Freitag, 12.02.2010

Metropolis von Fritz Lang. Heute Abend erstmals seit über 80 Jahren (fast) komplett

auf arte zu sehen, das die zweite Uraufführung von der Berlinale live überträgt. Die Übertragung beginnt um 20.15 Uhr, der Film um 20.40 Uhr und danach folgt noch eine Dokumentation zur Restaurierung des Films.

Die seit Jahrzehnten mitgeschleppte und immer wieder exhumierte Debatte um die "ideologische Fragwürdigkeit" des Films verschleiert leider ziemlich den Blick darauf, was für ein überwältigendes visuelles Erlebnis Fritz Langs Film ist, das heute noch staunen macht. Ich verfolge den Mythos um die verschiedenen Fassungen des Films mit großer Faszination schon lange, so dass das für mich heute Abend ein ganz besonderes TV-Ereignis ist.
„Metropolis“ ist heute Abend jetzt 147 Minuten lang. Und macht für die Berlinale somit keinen großen Unterschied, denn da die letzte Restaurierung von 2001, die 118 Minuten lang war, auf der Berlinale und auf arte in einer langsameren Geschwindigkeit gezeigt worden war, ist der Film für Berlinale-Zuschauer nominell fast gleichlang wie die neue Fassung, obwohl diese 25 Minuten neues Material enthält.

Achtung: Der Film auf arte wird nicht wiederholt. Wer also diesen Hinweis zu spät liest, weiß: Er oder sie sieht hier ins OliBlog definitiv zu selten rein. ;o)
Und muss sich bei großem Interesse an „Metropolis“ in dieser Version noch bis zur DVD-Ausgabe gedulden, die für Ende des Jahres angekündigt ist.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Europa

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Donnerstag, 11.02.2010

Gelesen: Zombie

Roman von Joyce Carol Oates
181 Seiten, Taschenbuch, ecco, New York 1995, ISBN 978-006177891-9, ca. € 13,95,
auf Deutsch als "Zombie" bei btb.

Das Leben des Quentin P_ ist von drei Konstanten bestimmt. Seine Familie, die sich um ihn sorgt, sein Job als Hausmeister eines Studentenwohnheims und sein Trieb als sexuell besessener Serienmörder. Joyce Carol Oates verarbeitete in diesem kurzen Roman von 1995, ihr damals 32. von bis heute 56 Romanen, viele Details aus den Schlagzeilen um den Serienmörder Jeffrey Dahmer (verhaftet 1991, im Gefängnis von einem Mithäftling erschlagen 1994). Da aber weder die Aufklärung der Morde noch das Erregen von Grauen im Vordergrund steht, ist dies kein Genre-Buch, kein Thriller, kein Horror-Roman, auch wenn er den Bram Stoker-Award, die höchste Auszeichnung für Horror-Romane, damals gewann. Im Gegenteil, gerade dadurch, dass der Roman so im Alltag angedockt ist, ist die Lektüre dann mittelbar doch wieder Grauen erregend – gerade weil die Untaten von Quentin P_ (seinen Nachnamen erfahren wir nicht) nicht aus dem Alltag heraus ragen wollen.

Mittwoch, 10.02.2010

Gesehen: Sechs Filme

Es folgen einmal wieder mehrere Filme als Sammel-Rezension, immerhin sechs (2x Krimi, SF, Komödie, Slasher-Original & Remake). Um aus Zeitgründen hinterherzukommen, habe ich mir einmal mehr die Fummelarbeit mit Covern und Amazon-Verlinkungen gespart, auch, seien wir ruhig ehrlich, weil ich auf die dortige Werbekostenerstattung finanziell mangels Masse wenig Rücksicht nehmen muss, mal vorsichtig ausgedrückt. Wer dann mehr lesen möchte: Die entsprechenden Seiten sind ja nur eine Suchmaschinenabfrage entfernt.
Um Nachsicht wird gebeten und nun trotzdem (hoffentlich) Lesefreunde mit den folgenden Rezensionen gewünscht.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in DVD

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Dienstag, 09.02.2010

Film und Buch

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Intern

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Donnerstag, 04.02.2010

Gesehen: Knights of the South Bronx

Sport-Melodram von Allen Hughes, USA 2005, 89m11s (NTSC)
Mit Ted Danson, Malcolm David Kelley, Yves Michel-Beneche u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Englisch DD 5.1, Bildformat: Vollbild 1,33:1

In unserer kleinen Schachfilmreihe ist heute dieser TV-Film aus dem Jahr 2005 dran, der immerhin mit zwei bekannten Namen aufwarten kann: Der 80er Komödienstar Ted Danson, inzwischen autoritativ ergraut, und Regisseur Allen Hughes, die eine Hälfte der Zwillingsbrüder Hughes Brothers, der mit diesem Solo-Film fürs Fernsehen die lange Kinoregie-Pause der Brüder zwischen „From Hell (2001)“ und „Book of Eli (2010)“ überbrückte.
Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt der Film von einem Mann namens Richard Mason (Ted Danson), der seines Wirtschaftsjobs überdrüssig ist und als Aushilfelehrer in einer Brennpunkt-Schule in der Bronx anheuert und eine schwierige vierte Klasse zugeteilt bekommt. Die Kinder bringen die Probleme, die sie plagen (Vater im Knast, Mutter drogensüchtig, Mobbing/Prügel nach der Schule) mit in die Klasse, so dass das Lernklima eher schwierig ist. Da kommt Mason die rettende Idee: Der passionierte und gute Spieler bringt der ganzen Klasse das Schachspiel bei – und alles wird gut.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Dienstag, 02.02.2010

Oscars: 7 von 10 richtig

Mist, hätte ich es doch vorher online gestellt, jetzt glaubt mir das keiner mehr. Von den zehn Bester Film-Nominierungen hatte ich sieben richtig getippt, nämlich Avatar, The Hurt Locker, Inglourious Basterds, A Serious Man, Precious, Up und Up in the Air. Gut, dass ist jetzt keine so tolle Leistung, da dieses klar die Favoriten waren und all diese Titel keine Überraschung darstellen.
Drei Überraschungen gab es aber schon und das zieht sich dann auch durch andere Kategorien: Dass „District 9“ eine Bester Film-Nominierung erhält und damit neben „Avatar“ als zweiter SF-Film in diesem Jahr, ist eine ziemliche Überraschung, denn die doch eher älteren Academy-Mitglieder sprechen in der Regel nicht so gut auf Filme an, in deren Finale jemand in einem Mech-Anzug mit einer großen Alien-Waffe Gegner blutig zum platzen bringt.
Zwei Filme wurden übergangen, auf die ich noch getippt hatte: Clint Eastwoods „Invictus“, scheinbar ist die Academy des Eastwood-Film-des-Jahres etwas müde (kann man angesichts der Regelmäßigkeit verstehen..), und als ziemlicher (Broadway-)Musical-Ignorant freut es mich sogar, dass Rob Marshalls „Nine“ nicht nominiert wurde, eine Überraschung angesichts der Musical-Affinität von Oscar.
Weiter habe ich die Nominierungen hier für P-N.de kommentiert, die gesamte Liste gibt es auf der Oscar-Seite.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Gesehen: A Dangerous Man

Action-Film von Keoni Waxman, USA/Kanada 2009, 90m27s (PAL)
Mit Steven Seagal, Marlaina Mah, Vitaly Kravchenko u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Englisch DD 5.1, Bildformat: 1,85:1 anamorph

Eine runde Zahl: Dies ist die zwanzigste (!) DVD-Premiere eines Steaven Seagal-Actionfilms in gerade einmal sechs Jahren (2003-2009), nachdem er vorher in vierzehn Kinofilmen in vierzehn Jahren (1988-2002) vor der Kamera stand.
Eine runde Sache: Wenn man die etwas pfannkuchige Lustlosigkeit betrachtet, mit welcher sich Seagal durch diesen Film spielt, spekuliert man schon mal darüber, ob ein nicht nur beliebter, sondern auch recht beleibter End-Fünfziger deswegen in mindestens drei DVD-Actionklopper-Premieren im Jahr zu sehen ist, weil er einen luxuriösen Lebenswandel zu finanzieren hat, oder weil die Gagen für den Hauptdarsteller solcher Filme außerordentlich ernüchternd sind.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Samstag, 30.01.2010

Gelesen: Extraleben

Abenteuer-Roman von Constantin Gillies
346 Seiten, Taschenbuch, CSW, Winnenden 2008, ISBN 978-398114175-7, € 16,95

In jeder Generation aufs Neue, und das ist auch schön so: Wenn Vertreter einer Generation ein gewisses Alter erreicht haben, fangen sie an, sich auf ihre Jugenderinnerungen zu besinnen und manch wenige dieser Vertreter dann auch, diese aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Nun ist die Generation an der Reihe, die in den 80ern aufgewachsen ist (wie auch der Verfasser dieser Zeilen hier) und diese besinnt sich jetzt eben nicht mehr auf die Beatles, die 68er, Flowerpower, Sponti oder Punk, sondern neben Anti-AKW-Demonstrationen (wie in dem wunderbaren Film „Der Tag, als Bobby Ewing starb“) nun auch auf die 8-Bit Ära der Heimcomputer, die ebenfalls eine ganze Generation geprägt hat. Nach ersten auch schon veröffentlichen Gehversuchen anderer Autoren legt Constantin Gillies nun mit „Extraleben“ ein Buch vor, das als „Der Roman für die Generation Commodore 64“ beworben wird und wie das entscheidende Wort in dieser Zeile (nicht „Generation“ oder „Commodore 64“, sondern „Der“, wie in „Der Roman“ statt „Ein Roman“) schon andeutet, könnte dieses Buch tatsächlich das Standardwerk für diese Art der Erinnerungsliteratur werden. Denn Autor Gillies überzeugt nicht nur mit dem von jeder Generation so geliebten nostalgischen Wiedererkennungs-Namedropping ihrer Zeit, sondern auch durch scharfe journalistische Beobachtungsgabe, und als stilistisch und erzählerisch versierter Romanautor.

Gelesen: Pirate Latitudes

Piraten-Roman von Michael Crichton
312 Seiten, Gebunden, Harpercollins, New York 2009, ISBN 978-006195639-3, ca. € 13,95,
auf Deutsch als "Gold - Pirate Latitudes" bei Blessing.

Angeblich fand man nach Michael Crichtons Tod Ende 2008 auf seinem Rechner ein Manuskript, in welchem Piraten herumsegeln und Abenteuer erleben. Ein Jahr später wurde dieser Roman veröffentlicht und gerät so automatisch zum Nachlass, zum literarischen Testament von Michael Crichton (ein nicht fertig gestelltes Thriller-Manuskrpit, welches von einem anderen Autor beendet werden soll, einmal außen vor).
Erstaunlicherweise eignet sich „Pirate Latitudes“ tatsächlich gut, uns Leser und Crichton-Fans noch einmal daran zu erinnern, warum Crichton solche Traumauflagen hatte – und was wir an ihm hatten. Denn Ziel von „Pirate Latitudes“ war offensichtlich gerade nicht, den Piratenroman neu zu erfinden, sondern das genaue Gegenteil: Lustvoll auch noch in seinen abgegriffensten Klischees zu schwelgen. Dass der Roman dabei trotzdem schon unverschämt unterhaltsam und temporeich gelang, ist keine gering zu schätzende Leistung.