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Dienstag, 09.02.2010

Film und Buch

Film
Schlecht im Moment: Zeitlich komme ich durchaus dazu, so einige Filme zu sehen, nur zum besprechen dann häufig nicht. Inzwischen haben sich schon wieder neun(!) Filme aufgestaut, die ich wohl diese Woche in zwei Sammelbesprechungen rezensieren werde.
Hier verliere ich jetzt noch ein paar Worte zu zwei TV-Serienstaffeln, die ich im Moment häppchenweise sehe (meist nur 1-2 Folgen die Woche).
Das eine ist die zweite Staffel von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“. Nach der 6. Folge von 22 kann ich jetzt schon verstehen, warum die Serie eingestellt wurde: Gut, es ist eine alte Weisheit, dass vor dem TV-Schirm die Frauen entscheiden und man deshalb in TV-Serien - wenn es geht – auch bei „Männerthemen“ immer auch auf weibliche Zuschauer Rücksicht nehmen muss. Im Falle der „Terminator“-Serie hat man das aber wirklich übertrieben: Zickige weibliche Teenager, die sich in der Welt zurecht finden müssen? Überprotektive Mütter und bockige Söhne? Familienberater? Das sind Themenfelder einer „Terminator“-Serie? Meine Güte. Skynet wirft also jetzt Östrogen-Bomben. Lange Rede, kurzer Sinn: Die zweite Staffel ist selbst für jemanden wie mich, der eigentlich sehr gerne Frauen(versteher)-Filme sieht, bisher eine Qual und gänzlich anders als die erste, in welchen solche Soap-Elemente lange nicht so eine Rolle gespielt hatten. Die Serie hat also umgesteuert, Kurs direkt auf die Wand zu, targeted for Termination. Hätte ich nicht die Box käuflich erstanden und würde mich jetzt verpflichtet fühlen, hätte ich Sarah Connor längst links liegen gelassen.
Durchaus erfreulicher lässt sich die andere Serienstaffel an, die erste Season von „Criminal Minds“, eine Krimiserie um FBI-Profiler, die also im Gegensatz zu CSI & co nicht nach physischen Spuren suchen, sondern nach psychischen. Das Team ist sympathisch, aus der Prämisse wird viel gemacht, und vor allem: Die Bücher funkeln bisher vor Qualität und liefern erlesene Kurzkrimis mit vielen Finten, cleveren Ideen und Twists. Die Serie scheint (bisher erst sechs Folgen gesehen) sich als hochklassig zu empfehlen, insofern freut mich die Meldung von vor ein paar Wochen, dass auch hier wie bei Law & Order, SOKO, CSI und NCIS ein Spin-Off starten soll (also dann die doppelte Menge Episoden!) mit Forest Whitaker in der Hauptrolle. Darf antraben, beide Serien.

Buch
Zur Seite gelegt habe ich David Anthony Durhams „The Other Lands“ welches ich nicht zu Ende lesen möchte, was ich hier im BP-Forum versucht habe zu erklären.
Inzwischen bei mir eingetroffen ist der neue Roman von Connie Willis namens „Blackout“. Die Story klingt sehr vielversprechend: Zeitreisestudenten reisen zurück in den London Blitz während WWII und bekommen diesen näher mit, als ihnen lieb ist. Willis erzählt häufiger solche Geschichten und das meist mit äußerst intensivem Zeitkolorit, wir sind mit ihr u.a. schon in die Jahre des schwarzen Todes und das viktorianische England zurück gereist. "Blackout" werde ich aber erst Ende des Jahres lesen, denn aus irgend einem dubiosen Grund (die Seitenzahl kann es angesichts der großen Schrifttype nicht sein) wurde der Roman gesplittet und die zweite Hälfte, „All Clear“, erscheint erst im Herbst. Ich kenne einige Romane und Kurzgeschichten von Connie Willis und erlebe da immer eine Autorin unterschiedlicher Qualität. Während ich ihre Romane „nur“ nett bis gut finde, bin ich bei ihren Kurzgeschichten der Ansicht, dass es kein Zufall ist, dass kaum ein SF-Autor so viele Preise jemals für sein bzw. ihr Werk gewonnen hat, sondern dass sie jeden einzelnen dieser Preise zurecht erhalten und verdient hat. Im Moment plane ich, die Veröffentlichung von „All Clear“ im Herbst zum Anlass zu nehmen, begleitend ihre letzten Romane (die sind eine Weile her) „To Say Nothing of the Dog“ (1998) noch einmal und „Passage“ (2002) endlich mal zu Ende zu lesen.
Was lese ich aktuell? Ich widme mich ja auch immer wieder mal der Lektüre von Kurzgeschichtensammlungen und Anthologien und manche Storys stachen in den letzen Jahren für mich so heraus, dass ich dann weitere Werke dieser Autoren verfolge, so geschehen bei u.a. Nicholas Royle und Paolo Bacigalupi. Kaum eine Kurzgeschichte der letzten Jahre hat für mich so nachgewirkt wie „Landfill“ von Joyce Carol Oates, die ich vor zwei Jahren mal hier besprochen hatte. Deshalb werde ich jetzt einmal gleich vier Bücher der Dame versuchen, die zu den fleißigsten (sie veröffentlicht seit knapp 50 Jahren fast jedes Jahr jeweils einen Roman und eine Kurzgeschichtensammlung, das ist schierer Wahnsinn!) und renommiertesten (unzählige Preise, bei den Buchmachern jährlich Nobelpreis-Kandidatin) Autorinnen der USA gehört. In nur zwei Tagen gelesen habe ich ihrem Bram Stoker-Gewinner „Zombie“ von 1995 um einen Serienkiller (die Umtriebe von Jeffrey Dahmer waren die Inspirationsquelle für den Roman) und werde ihn die Tage besprechen. Nun widme ich mich ihrem letzten Story-Band, der auch „Landfill“ enthält, nämlich „Dear Husband,“ (das Komma gehört zum Titel) und dann sind ihre beiden aktuellsten Romane „Little Bird of Heaven“ und „A Fair Maiden“ dran. Ob ich danach anfangen werde, mich weiter mit Oates’ Werk zu beschäftigen, weiß ich erst nach Lektüre dieser Bücher, und, wie gesagt, es wäre angesichts jeweils um die 45 Romanen und 45 Kurzgeschichtensammlungen ein ziemlich wahnwitziger Kraftakt, den ich aber nicht völlig ausschließen möchte: Oates’ äußerst souveräner, nüchterner und melancholischer Schreibstil sagt mir außerordentlich zu.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Intern

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Donnerstag, 04.02.2010

Gesehen: Knights of the South Bronx

Sport-Melodram von Allen Hughes, USA 2005, 89m11s (NTSC)
Mit Ted Danson, Malcolm David Kelley, Yves Michel-Beneche u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Englisch DD 5.1, Bildformat: Vollbild 1,33:1

In unserer kleinen Schachfilmreihe ist heute dieser TV-Film aus dem Jahr 2005 dran, der immerhin mit zwei bekannten Namen aufwarten kann: Der 80er Komödienstar Ted Danson, inzwischen autoritativ ergraut, und Regisseur Allen Hughes, die eine Hälfte der Zwillingsbrüder Hughes Brothers, der mit diesem Solo-Film fürs Fernsehen die lange Kinoregie-Pause der Brüder zwischen „From Hell (2001)“ und „Book of Eli (2010)“ überbrückte.
Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt der Film von einem Mann namens Richard Mason (Ted Danson), der seines Wirtschaftsjobs überdrüssig ist und als Aushilfelehrer in einer Brennpunkt-Schule in der Bronx anheuert und eine schwierige vierte Klasse zugeteilt bekommt. Die Kinder bringen die Probleme, die sie plagen (Vater im Knast, Mutter drogensüchtig, Mobbing/Prügel nach der Schule) mit in die Klasse, so dass das Lernklima eher schwierig ist. Da kommt Mason die rettende Idee: Der passionierte und gute Spieler bringt der ganzen Klasse das Schachspiel bei – und alles wird gut.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Dienstag, 02.02.2010

Oscars: 7 von 10 richtig

Mist, hätte ich es doch vorher online gestellt, jetzt glaubt mir das keiner mehr. Von den zehn Bester Film-Nominierungen hatte ich sieben richtig getippt, nämlich Avatar, The Hurt Locker, Inglourious Basterds, A Serious Man, Precious, Up und Up in the Air. Gut, dass ist jetzt keine so tolle Leistung, da dieses klar die Favoriten waren und all diese Titel keine Überraschung darstellen.
Drei Überraschungen gab es aber schon und das zieht sich dann auch durch andere Kategorien: Dass „District 9“ eine Bester Film-Nominierung erhält und damit neben „Avatar“ als zweiter SF-Film in diesem Jahr, ist eine ziemliche Überraschung, denn die doch eher älteren Academy-Mitglieder sprechen in der Regel nicht so gut auf Filme an, in deren Finale jemand in einem Mech-Anzug mit einer großen Alien-Waffe Gegner blutig zum platzen bringt.
Zwei Filme wurden übergangen, auf die ich noch getippt hatte: Clint Eastwoods „Invictus“, scheinbar ist die Academy des Eastwood-Film-des-Jahres etwas müde (kann man angesichts der Regelmäßigkeit verstehen..), und als ziemlicher (Broadway-)Musical-Ignorant freut es mich sogar, dass Rob Marshalls „Nine“ nicht nominiert wurde, eine Überraschung angesichts der Musical-Affinität von Oscar.
Weiter habe ich die Nominierungen hier für P-N.de kommentiert, die gesamte Liste gibt es auf der Oscar-Seite.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Gesehen: A Dangerous Man

Action-Film von Keoni Waxman, USA/Kanada 2009, 90m27s (PAL)
Mit Steven Seagal, Marlaina Mah, Vitaly Kravchenko u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Englisch DD 5.1, Bildformat: 1,85:1 anamorph

Eine runde Zahl: Dies ist die zwanzigste (!) DVD-Premiere eines Steaven Seagal-Actionfilms in gerade einmal sechs Jahren (2003-2009), nachdem er vorher in vierzehn Kinofilmen in vierzehn Jahren (1988-2002) vor der Kamera stand.
Eine runde Sache: Wenn man die etwas pfannkuchige Lustlosigkeit betrachtet, mit welcher sich Seagal durch diesen Film spielt, spekuliert man schon mal darüber, ob ein nicht nur beliebter, sondern auch recht beleibter End-Fünfziger deswegen in mindestens drei DVD-Actionklopper-Premieren im Jahr zu sehen ist, weil er einen luxuriösen Lebenswandel zu finanzieren hat, oder weil die Gagen für den Hauptdarsteller solcher Filme außerordentlich ernüchternd sind.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Samstag, 30.01.2010

Gelesen: Extraleben

Abenteuer-Roman von Constantin Gillies
346 Seiten, Taschenbuch, CSW, Winnenden 2008, ISBN 978-398114175-7, € 16,95

In jeder Generation aufs Neue, und das ist auch schön so: Wenn Vertreter einer Generation ein gewisses Alter erreicht haben, fangen sie an, sich auf ihre Jugenderinnerungen zu besinnen und manch wenige dieser Vertreter dann auch, diese aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Nun ist die Generation an der Reihe, die in den 80ern aufgewachsen ist (wie auch der Verfasser dieser Zeilen hier) und diese besinnt sich jetzt eben nicht mehr auf die Beatles, die 68er, Flowerpower, Sponti oder Punk, sondern neben Anti-AKW-Demonstrationen (wie in dem wunderbaren Film „Der Tag, als Bobby Ewing starb“) nun auch auf die 8-Bit Ära der Heimcomputer, die ebenfalls eine ganze Generation geprägt hat. Nach ersten auch schon veröffentlichen Gehversuchen anderer Autoren legt Constantin Gillies nun mit „Extraleben“ ein Buch vor, das als „Der Roman für die Generation Commodore 64“ beworben wird und wie das entscheidende Wort in dieser Zeile (nicht „Generation“ oder „Commodore 64“, sondern „Der“, wie in „Der Roman“ statt „Ein Roman“) schon andeutet, könnte dieses Buch tatsächlich das Standardwerk für diese Art der Erinnerungsliteratur werden. Denn Autor Gillies überzeugt nicht nur mit dem von jeder Generation so geliebten nostalgischen Wiedererkennungs-Namedropping ihrer Zeit, sondern auch durch scharfe journalistische Beobachtungsgabe, und als stilistisch und erzählerisch versierter Romanautor.

Gelesen: Pirate Latitudes

Piraten-Roman von Michael Crichton
312 Seiten, Gebunden, Harpercollins, New York 2009, ISBN 978-006195639-3, ca. € 13,95,
auf Deutsch als "Gold - Pirate Latitudes" bei Blessing.

Angeblich fand man nach Michael Crichtons Tod Ende 2008 auf seinem Rechner ein Manuskript, in welchem Piraten herumsegeln und Abenteuer erleben. Ein Jahr später wurde dieser Roman veröffentlicht und gerät so automatisch zum Nachlass, zum literarischen Testament von Michael Crichton (ein nicht fertig gestelltes Thriller-Manuskrpit, welches von einem anderen Autor beendet werden soll, einmal außen vor).
Erstaunlicherweise eignet sich „Pirate Latitudes“ tatsächlich gut, uns Leser und Crichton-Fans noch einmal daran zu erinnern, warum Crichton solche Traumauflagen hatte – und was wir an ihm hatten. Denn Ziel von „Pirate Latitudes“ war offensichtlich gerade nicht, den Piratenroman neu zu erfinden, sondern das genaue Gegenteil: Lustvoll auch noch in seinen abgegriffensten Klischees zu schwelgen. Dass der Roman dabei trotzdem schon unverschämt unterhaltsam und temporeich gelang, ist keine gering zu schätzende Leistung.

Donnerstag, 28.01.2010

Gesehen: Verschwörung der Frauen

(OT: Drowning by numbers)
Drama von Peter Greenaway, GB 1988, 118m29s (PAL)
Mit Joan Plowright, Juliet Stevenson, Joely Richardson, Bernard Hill u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Englisch Stereo DD 2.0, Bildformat: 1,66:1 anamorph.

Trotz des guten Rufs von „Verschwörung der Frauen“ hat es ewig gedauert, bis dieser Greenaway-Klassiker endlich einmal auf DVD veröffentlicht wurde, immerhin hat sich Arthaus in Deutschland jetzt erbarmt. Aufgrund der langen Wartezeit lag die letzte Sichtung über 15 Jahren zurück, die sehr positiv in Erinnerung war, und, tatsächlich: Dieser 80er-Jahre Klassiker von Peter Greenaway ist auch heute noch ein fabelhafter Film, vor allem, wenn man mit dem Kino des exzentrischen britischen Regisseurs etwas anfangen kann, den man zumindest zu der damaligen Zeit sicher zur Weltspitze zählen durfte.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Europa

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Gesehen: Dangerous Moves

(OT: La diagonale du fou/
dt. Duell ohne Gnade (Kinotitel)/Gefährliche Züge (TV-Titel))
Sport-/Politdrama von Richard Dembo, Schweiz 1984, 100m31s (NTSC)
Mit Michel Piccoli, Alexandre Arbatt, Bernhard Wicki u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Französisch Dolby Digital Mono 2.0 mit engl. UT, Bildformat: 1,66:1 anamorph.

Dieser kleine schweizer Film des 2004 verstorbenen französischen Regisseurs Richard Dembo ist heute, nach 25 Jahren, fast vergessen, obwohl er immerhin 1985 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann und mit einigen sehr bekannten Gesichtern (Michel Piccoli, Liv Ullman, Bernhard Wicki) aufwartet. Dieses Vergessen lässt die damalige Oscar-Entscheidung zweifelhaft erscheinen und schon damals wirkte sie kurios, handelt es sich hierbei doch um einen wirklich sehr kleinen Film, der sich um ein Thema dreht, das sich nach Meinung sehr vieler mit am schlechtesten für eine filmische Umsetzung eignet: Schach.
In unserer kleinen Schachreihe hier im Blog wird die US-DVD gesichtet (deutsche oder französische DVD-Ausgaben gibt es nicht!) und ein Film angetroffen, der bemerkenswert die Stimmung gegen Ende des Kalten Krieges konserviert und die Möglichkeiten und Grenzen der filmischen Darstellung von Schach auf interessante Weise aufzeigt.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Europa

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Dienstag, 26.01.2010

Gesehen: Fünf Filme

Fünf Besprechungen zu Filmen, zu denen man nicht so viel schreiben kann oder andernorts schon viel gelesen hat: Zwei Animationsfilme und eine Komödie, sowie, dazu kann man wirklich nicht mehr viel schreiben, die 19. Steven Seagal-Videopremiere und der 6. „Saw“-Film.

Coraline
Animationsfilm von Henry Selick, USA 2009, 100 Minuten (24fps)
Von seinen arbeitsgestressten Eltern vernachlässigtes Mädchen findet im Haus eine Geheimtür in eine Parallelwelt, in welcher ihre Eltern unheimlich nett zu ihr sind – allerdings Knöpfe statt Augen haben und Böses im Schilde führen…
Die Verfilmung von Neil Gaimans Bestseller durch „Nightmare before Christmas“-Regisseur Henry Selick ist einmal mehr ein technisches Stop Motion-Wunderwerk von einiger Virtuosität. Der Verfasser dieser Zeilen gesteht aber, etwas zu kapitulieren, die gedankliche Transferleistung war diesmal nicht ganz zu erbringen: Der Stoff ist ein Märchen für kleine Mädchen (inklusive der obligatorischen Katze), dessen Geheimtür sich für diesen Betrachter nicht richtig geöffnet hat. Auch die technische Leistung wirkt durch einige offensichtlich gesuchte Stop-Motion-Herausforderungen etwas zu angestrengt und nicht so elegant wie in vergleichbaren Werken. Einige schöne Einzelszenen sind allerdings nicht zu leugnen
Punkte: 5/10


Oben
(OT: Up)
Animationsfilm von Pete Docter, USA 2009, 96 Minuten (24fps)
Älterer Herr weigert sich in ein Altenheim zu gehen, in dem er einfach so viele Ballons an seinem Haus befestigt, dass es wegfliegt. Zusammen mit einem Pfadfinderjungen erlebt er viele Abenteuer.
Eine gewisse Bewunderung für die konstante Qualität von Pixar-Filmen kann man kaum verhehlen. Die bestechend schöne Idee mit einem durch Ballons fliegendes Haus wird betörend umgesetzt, macht aber nur den ersten Akt des Films aus. Danach stolpern die Helden in den Roman „The Lost World“ von Sir Arthur Conan Doyle (inklusive diverser „Star Wars“-Anleihen nebenbei) und erleben viele Abenteuer. Im Mittelteil fällt der Film durch allzu viel Gewöhnlichkeit spürbar ab, um dann durch ein visuell atemberaubendes Finale in und um einen Zeppelin noch im wahrsten Sinne des Wortes doch die Kurve zu kriegen.
Pixar ist ungeschlagen und zwar nicht nur technisch, sondern auch erzählerisch: Die Animationsqualität ist in Detailreichtum und Virtuosität zum verlieben, vereinzelt noch schöner ist die erzählerische Qualität: Wenn am Anfang im Zeitraffertempo bittersüß-melancholisch ein Eheleben über die Jahrzehnte mit allen Freuden und Enttäuschungen erzählt wird, ist das nicht nur der Höhepunkt des Films, sondern einer der schönsten Kinomomente der letzte Jahre. Dieses kleine Wunderwerk kann der Film dann leider qualitativ nicht mehr erreichen.
Punkte: 8/10


Der Ja-Sager
(OT: Yes Man)
Komödie von Peyton Reed, USA 2008, 100 Minuten (PAL)
In Liebes- und Arbeitsdingen frustrierter Mann (Jim Carrey) glaubt einem Guru, dass er nur zu allem „Ja!“ sagen muss, und verfährt so, mit aller Konsequenz. Sein Leben ändert sich dadurch spürbar, in jeglicher Hinsicht..
Jim Carrey.
Darf diesmal nicht lügen, sondern muss immer „ja“ sagen.
Alles klar, „Liar Liar (1997)“, Teil 2.
Ein mäßiger Trailer senkte die Motivation weiter.
Umso erstaunter ist man, dass „Der Ja-Sager“ eine ziemlich ordentliche Komödie ist, die verblüffend gut unterhält. Dafür sorgt nicht nur Carrey selbst (ein paar Grimassen weniger hätten es auch getan), sondern vor allem eine Regie, die die gelungenen Gags nicht nur teilweise herrlich nebenbei erzählt, sondern durch geschicktes Timing positiv überrascht.
Punkte: 7/10


The Keeper
Actionfilm von Keoni Waxman, USA 2009, 90 Minuten (PAL)
Von seinem Partner verratener und in den Ruhestand geschossener Polizist (Seagal) wird von einem Freund gebeten, auf dessen partysüchtige Tochter aufzupassen, die verdammt viele Feinde hat…
Bei der 19.(!) Steven Seagal-Videopremiere in sechs Jahren ist jeder Seagal-Verbalgag wie „Kampftonne“ oder „Klappspaten“ ausgeschrieben, beschränken wir uns auf die Fakten: Film und Cover können sich nicht einigen, ob der Film in Texas oder Rumänien spielt, dafür ist Steven Seagal ganz gut aufgelegt und lässt seine Wohlbeleibtheit nur durch eine hektische Montage und nicht, wie in diesen Video-Premieren schon häufig, durch ein Body-Double kaschieren. Nicht so gut aufgelegt oder talentiert ist Regisseur Keoni Waxman, der sich nicht nur lustige Anfängerfehler wie heftige Anschluss-Schnitzer und eine amateurhafte Bildgestaltung leistet, keinen Sinn für Zeit und Ort vermittelt, sondern auch die verhältnismäßig wenigen, in der Brutalität zurück haltenden Action-Szenen ohne jeden Verve inszeniert. Nur ein gelegentlich verschmitztes Grinsen unseres Idols rettet den allzu schnörkellos und routinierten „The Keeper“ für Seagalologen ins Mittelmaß.
Punkte: 5/10


Saw VI
Unrated Director’s Cut
Horror-Film von Kevin Greutert, USA 2009, 92 Minuten (NTSC)
Dieses Jahr wird am siebten Halloween hintereinander ein Saw-Film starten, diese uhrwerksmäßige Regelmäßigkeit alleine sorgen schon für eine beeindruckende Alleinstellung dieser Serie in der Filmgeschichte, das gab es so noch nie. Dass sich im hier besprochenen sechsten „Saw“-Film inhaltlich nichts Neues tut, ist unter Soap Opera-Gesichtspunkten sogar ein positiver Aspekt des Films: Jigsaw ist wieder da, Amanda ist wieder da und der von Costas Mandylor so herrlich kreuzunsympathisch gespielte Lt. Hoffman auch. Wieder wird eine Gruppe Menschen in leeren Hallen durch ein Todeslabyrinth geschickt und darf sich in blutigen Szenen mit fiesen Apparaturen selbst verstümmeln, in der vergeblichen Hoffnung, so zu überleben.
Dass die schon immer unausgegorene, krude Bestrafungs-Moral dieser Filme erstmals nun mit einem deutlichen Vigilante-Aspekt gewürzt wird, sorgte vor allem im deutschen Blätterwald für noch mehr Entsetzen und Empörung als sonst, aber, mal ehrlich, wir sind ja hier unter uns, unter Exploitation-Gesichtspunkten steigert das den Unterhaltungswert beträchtlich, wenn diesmal herzlose Krankenkassen- und Bankmanager sich selbst Fleisch herausschneiden müssen oder Säure injiziert bekommen.
Erfreut nimmt man aber vor allem zur Kenntnis, dass Regisseur Greutert deutlich aufgeräumter, pointierter und nicht ganz so wirr inszeniert wie einige seiner Vorgänger (auch wenn die Bezüge der Personen über sechs Filme hinweg nur noch mit Paracetamol verständlich sind), was für hinreichend Spannung und vor allem für einige sehr gelungene Horrorfilm-Momente von erheblicher Intensität sorgt. Auch die größten Aktivposten der Serie sind wieder da: Charlie Clousers nach wie vor bestechendes, aufregendes Musik-Thema und vor allen eine wieder hypnotische Schlussszene, mit welcher jeder „Saw“-Film endet und Lust auf den nächsten Teil macht.
Warum dieser Teil so viel Freude macht? Ob die Säge oder der Zuschauer langsam abstumpft, kann man gar nicht sagen; an die Musik oder Schlussszene zurückend denkend, ist es eine angenehme Vorstellung, in zehn Jahren vielleicht Saw XVI zu sehen, wenn auch unwahrscheinlich, weil dieser Teil hier erstmals nicht so in den Kinos reüssieren konnte.
Im oben rezensierten „Yes Man“ gibt es eine Szene, in welcher Jim Carrey den ersten „Saw“ (der, da schließt sich der Kreis, bei der US-DVD von „Saw VI“ als Bonus komplett mitgegeben wird!) von 2004 guckt und die inzwischen klassische Szene, in welcher sich Cary Elwes den Fuß unter lauten Schreien absägt, mit einem herrlichen „Na komm, jetzt bist Du doch fast durch (das Gelenk)!“ kommentiert. Mit der „Saw“-Szene will „Yes Man“ veranschaulichen, dass Menschen, die kein Leben haben, abends „Saw“-Filme gucken. Hm. Über diese Aussage denken wir bis zum Start von „Saw VII“ in einem knappen Jahr noch einmal nach.
Punkte: 7/10.
Wie üblich ist die DVD-Fassung wieder einmal länger als die im Kino, diesmal sind es knapp zwei Minuten in der bisher kürzestes Folge der Serie.


Gesichtet wurden von „Coraline“ und „Oben“ die Blu-Rays (bestechende Bildqualität!), vom „Ja-Sager“ die deutsche DVD, von „The Keeper“ die schnörkellose und damit zum Film passende britische DVD und von „Saw VI“ die US-DVD.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in DVD

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Montag, 25.01.2010

Die Titanic sinkt. Genau heute.

Für jeden, der die Boxoffice-Einspielergebnisse an den Kinokassen mit Interesse verfolgt, ist heute ein ganz besonderer Tag.

Genau heute geht die zwölfjährige Herrschaft von James Camerons „Titanic“ zu Ende. Den seit 1998 gehaltenen Rekord von Einer Milliarde, Achthundertdreiundvierzig Millionen Dollar Kinoeinspiel weltweit wird James Camerons „Avatar“ im Eiltempo im Laufe des heutigen Tages hinter sich lassen, der gestern bereits bei 1.836 Milliarden Dollar stand und längst Kurs auf weit über zwei Milliarden Dollar Gesamteinspiel genommen hat.
Ich darf mal auf meinen eigenen Boxoffice-Bericht bei Phantastik-News.de verweisen.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Freitag, 22.01.2010

Film und Buch

Film
Warum zwei Besprechungen hier später erscheinen: Aufgrund einer Erkältung fallen mir im Moment abends recht früh die Augen zu, so dass ich die letzten Abende bei zwei Filmen eingeschlafen bin, die zumindest partiell (solange die Augen offen waren) einen guten Eindruck machten und beide dem Animationsfilm zuzuordnen sind. Ich habe beide also noch nachzuholen: Bei „Up“ die letzte halbe Stunde und bei „Coraline“ fast den gesamten Film. Seufz.
Nur kurz anreißen möchte ich zwei enttäuschende Schachfilme. Ja, ich lasse im Moment eine kleine Reihe mit Schachfilmen laufen, da folgen auch noch einige, und hoffentlich bessere als diese hier:
Das Melodram „Lushins Verteidigung“ (GB/FRA 2000, 97 Minuten PAL) basiert auf der gleichnamigen Novelle von Vladimir Nabokov und handelt von einem autistischen Schachgenie in den 20ern, dass sich unglücklich in eine Frau verliebt und darüber den Verstand (endgültig) verliert. Der Film von Oscar-Preisträgerin Marleen Gorris folgt stur den Schematismen des Behinderten- und Liebesfilms und leistet sich einige happige Unglaubwürdigkeiten, so dass sich schnell Desinteresse und Unwillen einstellen, trotz hochkarätiger Schauspieler wie John Turturro in der Hauptrolle und einer schönen Ausstattung. 4/10 Punkte.
Der Dokumentarfilm „Game Over: Kasparov and the Machine“ (GB/CAN 2003, 85 Min PAL) von Vikram Jayanti erzählt das vielbeachtete Duell zwischen dem damaligen Schachweltmeister und dem IBM-Großrechner Deep Blue nach, welches damals viel Aufsehen dadurch erregte, dass Deep Blue gewann, was als große Niederlage der Menschheit hochstilisiert wurde. Leider altert der Film in seinem wichtigsten Aspekt sehr schlecht: Garry Kasparow war nicht nur der stärkste Schachspieler aller Zeiten, sondern auch ein schlechter Verlierer. Deep Blue stellte eine Wende im Computerschach dahingehend da, dass er sich nicht nur blindlings auf dem Brett auf Material stürzte und deswegen positionell leicht überspielt werden konnte, sondern indem er ebenfalls auch positionelle Denk- bzw. Rechenweisen einprogrammiert bekommen hatte. Kasparow verlor unter anderem zwei Partien, weil er davon allzu siegessicher kalt erwischt wurde – und beschuldigte prompt die IBM-Programmierer des Betruges durch menschliche Intervention. Das Duell fand 1997 statt, der Film ist von 2003; heute, im Jahr 2010, wo es so selbstverständlich ist, dass Schachprogramme auch positionell stark spielen, dass es keiner Erwähnung bedarf, wirken Kasparows Vorwürfe besonders absurd und lächerlich, und die einseitige Parteinahme des Films wirkt nicht unbedingt zu seinem Vorteil und hat den unschönen Nebeneffekt, dass am Nimbus und an der Legende von Kasparow gehörig gekratzt wird, wenn auch unter seiner eigenen tatkräftigen Mithilfe. 4/10 Punkte.
Ach, und bevor ich es vergesse, dank an Marco für seine Besprechung von "Dasavathaaram" vor ein paar Tagen, da hatte er mich gerade noch rechtzeitig vor einem Kauf bewahrt, diesen Tamil-Blockbuster hatte ich bereits schon näher ins Auge gefasst.

Buch
Die letzten Tage habe ich zwei Bücher gelesen, die ich hier nicht besprechen werde. Zum einen bin ich Testleser für Dirks Kaiserkrieger-Romane und werde meine Anmerkungen dazu nur ihm zur Verfügung stellen, auf das er was Vernünftiges draus mache und bin gespannt, wie sich diese sehr lesenswerte und unterhaltsame Reihe auf dem Markt schlagen wird. Ich würde die Manuskripte nicht freiwillig Probe lesen, wenn ich keine große Freude daran hätte, da ich solche Arbeiten (Probelesen, Lektorat etc.) eigentlich nicht gerne mache.
Zum anderen habe ich einen Lokalkrimi aus der Stadt gelesen, in welcher ich wohne. Da ich dem Verfasser des Romans schon ein paar Mal begegnet bin und er einen sehr netten, sympathischen Eindruck auf mich machte, werde ich zu dem Buch mal lieber überhaupt kein Wort verlieren.
Nun lese ich „Extraleben“ von Constantin Gillies, ein Roman für Menschen, die in den 80ern mit dem Commodore 64 aufgewachsen sind. Nicht nur, dass der Autor perfekt die damalige Zeit und deren Sprüche wie „Alter!“ oder „Spasti“ einfängt, er bedient auch exzellent die Retro-Gaming Anhänger. Das würde mich gar nicht so begeistern, weil ich diese Phase vor ein paar Jahren mit Anfang/Mitte dreißig schon hinter mir habe, aber es kommt noch deutlich mehr dazu: Der Autor, ein Bonner Journalist, ist nicht nur ein begabter Erzähler, sondern auch ein amüsanter Stilist, die Lektüre macht deshalb unglaublichen Spaß. Ich hatte bei dem Buch schon mit einem Hit gerechnet, es scheint aber sogar noch besser zu sein als das. Die ersten 83 Seiten flogen nur so vorbei, ich war schwer begeistert.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Allgemein

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Donnerstag, 21.01.2010

Gesehen: State of Play

Original und Remake

Vergleich der BBC-Miniserie (2003) von David Yates mit dem Hollywood-Remake (2009) von Kevin MacDonald.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in DVD

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Mittwoch, 20.01.2010

Weltraumkrieger

Dieser Tage ist im Atlantis-Verlag eine Anthologie namens „Weltraumkrieger“ erschienen, bei welcher ich schon vorher weiß, dass mir alle enthaltenen Geschichten gefallen werden. Weil ich die Geschichten mit ausgesucht habe und deshalb neben Dirk als Mit-Herausgeber auf dem Cover stehe.
Hier:

Die Arbeit an der Anthologie hat mir durchaus Spaß gemacht und ich bin mit dem Ergebnis im Großen und Ganzen sehr zufrieden und freue mich darüber. Vor allem darüber, dass es uns gelungen ist, wirklich tolle Autoren (die Namen sprechen für sich, oder?) für die Anthologie zu gewinnen, was aber im wesentlichen Dirks Verdienst ist.
Was sollte man als Leser dieses Blogs jetzt tun? Natürlich die Anthologie kaufen. Und wenn man dann möchte, kann man im entsprechenden Lesezirkel bei SF-Fan.de teilnehmen. Dort erzähle ich auch noch etwas mehr über die Hintergründe der Herausgabe des Bandes und Dirk und ich sind gespannt, welche Geschichten dort bei den Lesern besonders gut ankommen oder auch nicht so gut, denn aufgrund der Verschiedenheit der Geschichten ist für Gesprächsstoff durchaus gesorgt.
Um die obligatorische Frage gleich mal zu beantworten: Ja, es ist ein schönes Gefühl, den eigenen Namen mal auf einem Cover zu sehen.
Dirk und ich bedanken uns deshalb auch hier nochmal bei unserem geduldigen Verleger Guido Latz, bei André Piotrowski für das Lektorat und bei Timo Kümmel für ein Cover, bei welchem ich schon beim ersten Anblick dachte: Ja, das Buch könnte etwas werden.
Und natürlich bedanken wir uns bei den Autoren für sehr gelungene Texte. Da Dirk und ich mit dem Verlag Verträge ausgehandelt haben, dass erst ab einer Million verkaufter Exemplare auch die Autoren Tantiemen erhalten, kann ich nur noch einmal dazu aufrufen, den Band zu kaufen. Denn auch Autoren haben mal ein wenig Geld verdient!

Montag, 18.01.2010

Gelesen: Limit

SF-Thriller von Frank Schätzing
1320 Seiten, Gebunden, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2009, ISBN 978-3462037043, € 26,-

Es spricht nicht für Größenwahn oder Nachlässigkeit, sondern für großen Mut, einen auf Tempo setzenden Thriller zu veröffentlichen, der offensichtlich um zumindest da den Vorgänger und Millionenseller „Der Schwarm“ zu toppen, noch deutlich umfangreicher als dieser ausgefallen ist und mit 1320 (enger als im „Schwarm“ gesetzen!) Seiten zu Buche schlägt. Über die ausufernde Länge zu räsonieren ist somit ein Leichtes und es war für Autor und Verlag natürlich absehbar, dass dies in Rezensionen so passieren wird. Auch in dieser Rezension, allerdings mit der wichtigen Einschränkung, dass Frank Schätzing trotz Verhebung beim Gewicht (das Wortspiel muss ein Mal hier im Text erlaubt sein) unterm Strich wiederum zu überzeugen weiß, und einen anregenden und spannenden Thriller abgeliefert hat.
Leichte Spoiler

Jeglichen Einspiel-Rekord brechen reicht noch nicht, "Avatar" gewinnt auch noch die Golden Globes

Während ich immer noch staunend und atemlos verfolge, wie „Avatar“ von Woche zu Woche mit halsbrecherischem Tempo sich aufmacht, den Rekord von „Titanic“ als erfolgreichstem Film aller Zeiten zu brechen (inzwischen ist das sehr wahrscheinlich!), haben mich die Golden Globes letzte Nacht mit einem klaren Gewinn für „Avatar“ doch sehr überrascht. Weil ich vermutlich viel zu Deutsch dachte. Deutsch denken geht so:

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Donnerstag, 14.01.2010

Im sechsten Jahr online.

Heute morgen konnte ich in der Kopfzeile oben in meinem Blog die Zeile „im fünften Jahr online“ durch „im sechsten Jahr online“ austauschen. Heute vor fünf Jahren, am 14.1.2005, ging der erste Eintrag hier online. Dies ist Eintrag 2270. Eine lange Wegstrecke.

Halten wir uns nicht mit Beweihräucherungen oder Schuldeingeständnissen auf, in der Rückschau finde ich es sowohl erstaunlich, dass mir das nach wie vor so viel Spaß macht, als auch die Tatsache, dass es meinen Provider Blogg.de immer noch gibt, da ich, umzugsscheu wie ich bin, 2-3 Blogprovider-Umzugsversuche in einem frühen Stadium abgebrochen habe und immer noch hier bin. Seit Blogg.de kürzlich hier auch noch die Statistikfunktion entfernt hat, weiß ich nicht mal mehr, wie viele Menschen hier noch reinschauen. Schauen wir nach vorn, auf die nächsten fünf Jahre. An mir soll es nicht liegen.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Intern

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Dienstag, 12.01.2010

Gesehen: Sechs Filme

Ich kann es selbst nicht ausstehen, wenn Sachzwänge und nicht die subjektive Wichtigkeit eines Films die Länge der Besprechung bestimmen. Es geht aber nicht anders. Zur schönen Einbindung von Covern und längere Texten komme ich im Moment leider nicht, und länger will ich diverse Besprechungen jetzt nicht mehr aufschieben, denn dann lässt die Schreibmotivation spürbar nach, fürchte ich, was den Texten nicht gut bekommen würde.
Deshalb nun einmal sechs Kurzbesprechungen. Ich habe mich dafür um größtmögliche Prägnanz bemüht. Besprochen werden der letzte Film von Hayo Mizayaki, der nächste Film (Platz # 4) in der Spectator Liste der besten Filme aller Zeiten und vier französische Filme: Zwei Agentenkomödien, ein Thriller-Meisterwerk und eine gelungene Mischung aus Frauen- und Schachdrama.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in DVD

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Donnerstag, 07.01.2010

Film und Buch

Im Moment komme ich leider nicht groß zum Rezensionen schreiben, obwohl ich gerne über zwei Filme berichten würde, die mir sehr gefallen haben: Sowohl Hayao Miyazakis neuestes, zauberhaftes Wunderwerk „Ponyo on the Cliff by the Sea“ von 2008, als auch die überraschend gelungene französische Agentenkomödie „OSS 117 – Le Caire, Nid d’Espions“ von 2006 (lief bei uns unter dem krampfigen, aber inhaltlich nicht falschen Titel: „OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“) werden sich die nächsten Tage hier jeweils noch 8 Punkte abholen. Bis dahin habe ich wohl auch die Fortsetzung zu letzterem gesehen, „OSS 117 – Rio ne répond plus“ von 2009 und kann dann beide Kritiken parallel veröffentlichen. Eingeschlafen bin ich leider beim nächsten Film der Spectator-Liste der besten Filme aller Zeiten, dem Powell/Pressburger-Klassiker „Black Narcissus“ von 1947, Platz #4 auf der Liste, was aber nicht am Film lag (der scheint sogar grandios zu sein), sondern an vorgerückter Stunde. Ärgerlich, das mit dem Einschlafen. Kann man so was nicht verbieten lassen? Hoffentlich komme ich am Wochenende dazu, den nochmal nachzuholen und im Zusammenhang zu sehen.

Nachdem die Feiertagsablenkungen vorbei sind und der Alltag wieder da ist, komme ich auch wieder mehr zum lesen, mehr oder weniger. Mit Frank Schätzings „Limit“ komme ich rasant voran, was sehr für den Roman spricht. Ein inzwischen angenehm temporeicher Breitwand-Thriller; wenn ich das Tempo halten kann, sollte ich die 1.320 Seiten Ende nächster Woche bewältigt haben.

Vor frühestens Montag oder Dienstag werde ich wohl nicht zu neuen Einträgen kommen. Die Zähler am Rande zu Avatar und den gelesenen Buchseiten werden aber nach wie vor immer aktualisiert. Diese Zähler sind doch sowieso der Hauptgrund für Besuche hier im Blog, oder?

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Intern

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Dienstag, 05.01.2010

Gesehen: Durst

(OT: Bakjwi 박쥐 / Thirst)
Vampir-Drama von Park Chan-wook, Korea 2009, 133m51s (NTSC)
Mit Song Kang-ho, Kim Ok-bin, Shin Ha-kyun u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Koreanisch DD 5.1 mit engl. UT., Bildformat: 2,35:1 anamorph.

Ein neuer Film eines der interessantesten Filmregisseure der Welt ist immer ein kleines Ereignis, das gilt insbesondere für die Filme des Koreaners Park Chan-wook („Sympathy for Lady Vengeance“, „Oldboy“), der nie vorhersehbare Filme angeht und diesmal ein Vampirdrama, das angeblich auf einem Zola-Roman basiert, vorgelegt hat. Schon immer hatten Parks Filme leichte Tempo-Probleme, was aber in der Regel durch die famose Inszenierung dieses Meisterregisseurs mehr als wett gemacht wurde. Nicht so, leider, bei „Thirst“, der nicht nur die wenigsten glänzenden Szenen in Parks bisherigem Werk enthält, sondern als sein mit fast 2 ¼ Stunden mit Abstand bisher längster Film selbst die Geduld seiner tolerantesten Fans strapaziert.
Und fertig ist Park Chan-wooks erster Fehlgriff.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Indien

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Montag, 04.01.2010

Gesehen: Dead Snow

(OT: Død snø)
Zombie-Komödie von Tommy Wirkola, Norwegen 2009, 87m52s (PAL)
Mit Charlotte Frogner, Ørjan Gamst, Stig Frode Henriksen u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Norwegisch DD 5.1 mit engl. UT, Bildformat: 1,78:1 anamorph

Wäre ich Filmregisseur geworden, so habe ich mir das seit vielen, vielen Jahren vorgestellt, hätte ich auf jeden Fall einmal eine Szene realisiert, die es so, man korrigiere mich, wenn ich falsch liege, noch nicht gibt: Ich hätte eine Action- oder Verfolgungsszene inszenatorisch und in der Montage möglichst genau an Edward Griegs „In der Halle des Bergkönigs“ aus der Peer Gynt-Suite angelegt. Nicht, dass dieses Stück noch nie in einem Film zu hören war, im Gegenteil, es ist in Filmen und Trailern sogar ziemlich häufig. Prominente, gute Beispiele finden sich u.a. in der Stephen King-Verfilmung „Needful Things“ von 1993, dem John Travolta-Thriller „The General’s Daughter“ von 1999, oder kürzlich auch im Trailer zu Hanekes US-Version von „Funny Games“; die IMDB oder Wikipedia werfen darüber hinaus dutzende Beispiele für die Verwendung dieses kurzen Musik-Stückes im Film aus. Aber nie direkt als Verfolgungs- oder Actionszene im Rhythmus dieses Stückes. Bis jetzt, denn dieser Film hier enthält nicht nur ein gelungenes Beispiel exakt dafür, er beginnt sogar damit, mit einer famosen Verfolgungsszene. Großes Kino. Muss ich also kein Regisseur mehr werden. Damit hatte dieser norwegische Nazi-Zombie Film schon vor dem Titel-Credit hier eine Menge Bonus-Punkte gesammelt.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Europa

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Samstag, 02.01.2010

Gesehen: Wunder der Schöpfung

Astronomie-Lehrfilm von Hanns Walter Kornblum, DTL 1925, 91m35s (PAL)
DVD, Sprache/Tonformat: Deutsche Zwischentitel mit Musik DD 2.0, Bildformat: Vollbild 4:3

Kultfilme kennen wir, das zwischen den Weltkriegen im letzten Jahrhundert gebräuchliche Wort Kulturfilm ist heute aber etwas ausgestorben. Gemeint ist in diesem Fall ein Lehrfilm. Für Schüler, aber auch für den generellen Kinoeinsatz. „Wunder der Schöpfung“ stellt in 92 Minuten das astronomische Wissen über den Planeten Erde und seine Nachbarn zusammen, auf dem Stand von 1925, denn aus diesem Jahr stammt der Film.
Was für ein toller Schatz hier gehoben werden konnte! Ein Lehrfilm an sich wäre wohl nur ein filmhistorisches Kuriosum, das heute noch spannende, ja berückende an Hanns Walter Kornblums Films ist aber die überbordende Phantasie dieses Werks, die im vorletzten Akt des Films uns sogar einen Flug mit einem Raumschiff gönnt, der im Charme Fritz Langs „Frau im Mond“ von 1929 in nichts nachsteht.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Europa

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Gesehen: Kambakkht Ishq

(OT: कमबख़्त इश्क़ / dt. übers. Elende Liebe, vorauss. dt. Titel: 'Drum prüfe wer sich ewig bindet')
Komödie von Sabbir Khan, Indien 2009, 134m15s (NTSC)
Mit Akshay Kumar, Kareena Kapoor, Amrita Arora u.a.
DVD, Sprache/Tonformat: Hindi DD 5.1 mit engl. UT, Bildformat: 2,35:1 anamorph.

Große Stars, Hit-Status in Bollywood, da schaut man gerne mal hin.
Und sollte es nicht tun, handelt es sich doch einmal mehr um eine dieser unsäglichen Komödien aus Bollywood mit nicht-exportierbarem Humor - zumindest kommt er hier nicht an - der Sorte, dass die Darsteller über zwei Stunden hektisch und laut herumschreien und zappeln. In so einer Rolle hat man Akshay Kumar nun wirklich schon zu häufig gesehen, so dass sein durchaus vorhandener Charme langsam abblättert und man beginnt, eine Verweigerungshaltung ihm gegenüber aufzubauen - was aber nichts nützt, da er damit seit Jahren Hit auf Hit landet und damit wohl kaum aufhören wird.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Indien

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Gesehen: District 9

SF-Thriller von Neill Blomkamp, NZL/ZAF/USA 2009, 112m5s (24fps)
Mit Sharlto Copley, Jason Cope, Vanessa Haywood u.a.
Blu-Ray, Sprache/Tonformat: Englisch DTS 5.1 Master Audio,Bildformat: 1080p 1,78:1 anamorph.

Gelungene Globalisierung geht so: Ein südafrikanischer Regisseur und ein neuseeländischer Produzent stemmen einen kleinen Science Fiction-Film und landen damit einen Überraschungsblockbuster in Hollywood. Gut, der neuseeländische Produzent ist nicht völlig unbekannt, bereits für eines der größten und erfolgreichsten Filmprojekte aller Zeiten verantwortlich, den „Herr der Ringe“ und nennt sich Peter Jackson, korrekter offiziell seit zwei Tagen Sir Peter Jackson. So ein Name hilft auf dem Filmposter natürlich. Aber: Auch den Namen von Regie-Debütant Neill Blomenkamp wird man sich merken müssen, verbindet er doch zwei viel zu selten gesehene Eigenschaften: Den Willen zur Originalität, aber auch den Wunsch, Fans endlich einmal das zu geben, was sie sehen wollen.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Donnerstag, 31.12.2009

Im Schnelldurchlauf

Während der angeblich stillen Tage der letzten zwei Wochen habe ich so einige Filme gesehen, die ich hier nur kurz abhandeln möchte. Darunter immerhin einige von einer Art, die hier im Blog nicht so häufig besprochen wird, nämlich Komödien und CGI-Trickfilme. Aber auch ein Weihnachtsfilm (ein richtiger, also ohne Weihnachtsmann) und ein Horrorfilm sind dabei. Legen wir los, kurz und schmerzlos:

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in Film: Hollywood

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Filmfreuden II

Gerade in den letzten Monaten waren in den USA einige Artikel zu lesen, dass der DVD-Markt inzwischen “matured” sei, was man sinngemäß vornehm mit “in Reife erwachsen” und böser gewendet sinngemäß mit “hat seinen Zenit überschritten” übersetzen könnte. Als wichtigen Grund dafür wird auch angegeben, dass inzwischen so gut wie alle wichtigen und unwichtigen Katalog-Titel (also bekannte und weniger bekannte ältere Filme) veröffentlicht und verwertet wurden. Warum erwähne ich das? Weil ich das im kommenden Januar auch persönlich spüre, ich kann nämlich nach einem Jahrzehnt meine Liste „Filme, die ich unbedingt auf DVD haben möchte, die aber bisher noch nicht auf DVD veröffentlicht wurden“ endgültig schließen, die beiden noch fehlenden Filme werden da nämlich veröffentlicht. Viele Jahre lang habe ich mindestens ein Mal im Quartal die wichtigsten Versender weltweit abgesurft, jeweils ohne Ergebnis (also überhaupt; und/oder eine Fassung des Films, die was taugt, bezahlbar ist und in einer Sprache veröffentlicht wurde, die wo ich am verstehen tun bin), und jetzt erscheinen beide Filme sogar in Deutschland, die ich noch suchte.
Wovon ich rede? Zum einen von Henri Verneuils brillanter Kenndedy-Attentats Paraphrase, der Thriller “I wie Ikarus“ von 1979, zum anderen von Peter Greenaways bestem Film ”Drowning by Numbers” von 1988, dessen nicht völlig unpassender, aber trotzdem dämlicher deutscher Titel „Verschwörung der Frauen“ jeden Bezug zu den herrlichen Spielereien mit Zahlen- und Spielsystemen tilgt, die diesen Film zu einem fesselnden Faszinosum machen.
Was habe ich lange auf diese Scheiben gewartet.
Was freue ich mich auf diese DVDs.

Geschrieben von Oliver unter dem Permalink in DVD

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